Mittwoch, 9. März 2005

361.064 Arbeitslose klagen an ...

Schüssels Polit-Bombe: Was der Kanzler gegen die Job-Misere plant, wie es wirkt und warum es die Wahl entscheidet.
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Sie hat 800 Bewerbungen verschickt, Dutzende Vorstellungsgespräche absolviert. Doch seit neun Jahren holt sich Katarzyna Landa, 58, Absage um Absage. „Die Arbeitgeber begründen das nur mit meinem Alter, nicht mit meinen Fähigkeiten“, sagt die gebürtige Polin, die seit 1978 in Wien lebt.

An Qualifikationen mangelt es Frau Landa nicht. Nach der Matura in Posen ließ sie sich in London zur Dolmetscherin ausbilden, ehe sie Pädagogik studierte und als Lehrerin arbeitete. Dann stieg sie bei Rank Xerox zur Sales Executive auf. Nach der Heirat mit einem Wiener ab 1978 in Österreich, folgten Jobs in Handel und Exportabwicklung. Bis 1996 ihre Firma in Konkurs ging. Seither heißt es: „Sie sind zu alt.“

Das Schicksal von Frau Landa teilen derzeit 361.064 Menschen. So groß ist das Rekord-Arbeitslosenheer mittlerweile. Per Ende Februar waren offiziell 309.958 arbeitslos gemeldet, inklusive der 51.106 in Schulungen befindlichen Menschen sind derzeit 361.064 ohne Erwerbsarbeit – eine Steigerung von 2,5 Prozent gegenüber Februar 2004. Im Vorjahr waren – ebenfalls ein Negativrekord – mehr als 850.000 Österreicher von Arbeitslosigkeit betroffen, mehr als jeder Vierte der 3,1 Millionen Beschäftigten.

Und die Politik? Kanzler Wolfgang Schüssel erklärte zum Amtsantritt im Februar 2000: „Die neue Regierung wird die Arbeitslosigkeit konsequent bekämpfen.“ Damals waren im traditionell schlechten Monat Februar 265.000 arbeitslos, im Jahresdurchschnitt waren es 194.000. Bei Schüssels Regierungserklärung im März 2003, mittlerweile waren im Vormonat Februar schon 294.804 arbeitslos und 45.340 Menschen in Schulungen, sagte der Kanzler: „Zukunft braucht sichere Arbeitsplätze.“

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9.3.2005 17:18