Samstag, 12. März 2005

Jacko vor finanziellem Ruin? Laut Staats- anwalt bis Jahresende 400 Mio $ Schulden!

  • "Jackson hat einen unersättlichen Appetit auf Geld"
  • DURCHKLICKEN: BILDER vom King of Pop vor Gericht

Im Kindesmissbrauchs-Prozess gegen US-Popstar Michael Jackson hat die Staatsanwaltschaft ein Bild des Angeklagten als konsumsüchtiger Mensch am Rand des finanziellen Ruins gezeichnet. Es gebe gute Gründe anzunehmen, dass Jackson kurz vor dem Bankrott stehe, sagte der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Gordon Auchincloss am Freitag (Ortszeit) bei einer Anhörung zu prozeduralen Fragen im laufenden Prozess im kalifornischen Santa Maria.

Der Superstar werde bis Jahresende bis zu 400 Millionen Dollar (299 Millionen Euro) Schulden haben. Jackson-Anwalt Robert Sanger wies diese Darstellung zurück. Richter Rodney Melville lehnte einen Antrag der Verteidigung ab, einen Ortstermin an Jacksons "Neverland"-Ranch anzuordnen.

Jackson habe "das Ausgabeverhalten eines Milliardärs, aber nur das Budget eines Millionärs", sagte Auchincloss weiter. Der Angeklagte werde voraussichtlich im Dezember in den finanziellen Zusammenbruch steuern. "Michael Jackson hat einen unersättlichen Appetit auf Geld", betonte der Anklagevertreter. In den Jahren 1999 und 2001 habe der 46-Jährige jeweils 35 Millionen Dollar ausgegeben, aber nur elf beziehungsweise zwölf Millionen Dollar eingenommen.

Auchincloss kündigte an, die Staatsanwaltschaft wolle einen Gutachter beauftragen um nachzuweisen, dass Jackson ein finanzielles Motiv gehabt habe, um sein minderjähriges mutmaßliches Missbrauchsopfer und dessen Familie in seiner "Neverland"-Ranch gefangen zu halten und damit von rufschädigenden Aussagen abzuhalten.

Die Anklage will Richter Melville mit ihrer Strategie dazu bringen, die Offenlegung von Jacksons finanziellen Verhältnissen anzuordnen. Melville will darüber am kommenden Donnerstag entscheiden. Bei dem Termin am Freitag war Jackson nicht anwesend.

Jackson-Anwalt Sanger sagte, die Staatsanwaltschaft wolle mit der angestrebten Offenlegung von Jacksons Finanzen lediglich der Presse spektakuläre Schlagzeilen liefern. Die Finanzunterlagen seien aber "vollkommen unerheblich", weil sie mit dem Zeitraum der Tatvorwürfe nichts zu tun hätten.

Der US-Fernsehsender CBS berichtete derweil, Jacksons Bruder Randy habe einen Kredit in Höhe von einer Million Dollar (746.000 Euro) aufgetrieben, um den Haushalt der "Neverland"-Ranch für mindestens weitere fünf Wochen aufrecht zu erhalten. Dem vorangegangen sei ein zweitägiger "Krankheits-Streik" von Jacksons Angestellten, die damit gegen ausstehende Gehaltszahlungen protestiert hätten.

Richter Melville lehnte einen Antrag der Verteidigung ab, einen Ortstermin auf Jacksons Ranch festzulegen. Ausführliche Videoaufnahmen von dem Anwesen hätten den zwölf Geschworenen bereits einen ausreichenden Eindruck verschafft. Jackson-Verteidiger Thomas Mesereau argumentierte, die "Neverland"-Ranch sei ein "einzigartiger Ort", der in dem bisherigen Prozessverlauf ausschließlich negativ als Tatort eines Verbrechens dargestellt worden sei. Tatsächlich habe dort aber kein Verbrechen stattgefunden.

(apa/red)

12.3.2005 07:24
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