Freitag, 11. März 2005

Durchschnittlich 31.156 Euro verpulvert: Ausgabefreudigkeit in Österreich hält an

  • Konsuminvestitionen seit 1999 um 16,5 % gestiegen
  • Großteil der jährlichen Ausgaben für Essen und Trinken

Trotz Wirtschaftsflaute und hoher Arbeitslosigkeit gaben die Österreicher 2003 mehr Geld aus. Für Konsumzwecke wandte ein durchschnittlicher Haushalt 31.156 Euro auf, 2002 waren es 30.550 Euro. Seit 1999 sind die Ausgaben um 16,5 Prozent gestiegen. Der jährliche Zuwachs von 3,5 Prozent liegt klar über der Inflationsrate und bedeutet eine reale Steigerung, so das Consulting-Unternehmens RegioPlan.

Laut dem Linzern Meinungsforschungsinstitut "Spectra" liegt der Privatkonsum der Österreicher derzeit auf einem Tiefpunkt. Da es auch an Wirtschaftsoptimismus mangle, sei vorerst keine Änderung der Konsumzurückhaltung zu erwarten, stellten die Meinungsforscher nach einer im Jänner 2005 durchgeführten Umfrage in Aussicht.

Laut RegioPlan-Studie mussten die privaten Haushalte 2003 bei ihren Ausgaben weiterhin am meisten für Essen und Trinken einplanen. Der Anteil der Ernährung an den gesamten Verbrauchsausgaben lag bei 18,5 Prozent bzw. machte 5.770 Euro aus. Für Wohnen (ohne Heizkosten) wurden 5.710 Euro oder 18,3 Prozent aufgewendet. Der drittgrößte Ausgabenbrocken entfiel mit 5.302 Euro bzw. 17 Prozent auf Verkehrs- und Kommunikationsausgaben.

Der Spar- und Vorsorgetrend hielt weiterhin an. Die Ausgaben für Lebensversicherungen, Pensionsvorsorgeprodukte und Ansparformen haben sich kontinuierlich erhöht. Auch alle Produkte und Dienstleistungen wie Wellnesswochenenden oder Therapienstunden, die versprechen, das persönliche Ego zu stärken, erzielten satte Wachstumsraten.

Im Vergleich mit ihren Nachbarn sind die Österreicher noch immer am ausgabefreudigsten: Die durchschnittlichen Ausgaben eines Haushaltes in Österreich lagen 2003 um 1,1 Prozent höher als in Deutschland (30.813 Euro), obwohl die Bundesbürger etwas mehr verdienen. Die Ausgaben der Schweizer waren mit 37.977 Euro zwar um 18,9 Prozent höher, die Einkommen lagen aber um 20 Prozent höher. (apa)

11.3.2005 17:12