Tausende Mitarbeiter stoppen Produktion:
Landesweiter Streik legt Fiat-Konzern lahm
- Forderung nach Garantien über Zukunft des Autobauers
- Laut Gewerkschaft Streikbeteiligung bei über 80 Prozent
·Generalstreik legte
halb Frankreich lahm
Demos gegen Politik der konservativen Regierung
Die Belegschaft des angeschlagenen italienischen Fiat-Konzerns ist landesweit in den Streik getreten. Acht Stunden lang legten die Mitarbeiter von Italiens größter Privatgruppe die Arbeit nieder. Sie fordern von der Regierung Berlusconi Garantien über die Zukunft des Turiner Autobauers sowie der gesamten italienischen Autobranche, die in einer tiefen Krise steckt. Die Gewerkschaften sprachen von einer Beteiligung am Arbeitsausstand von über 80 Prozent. Laut Fiat war die Beteiligung wesentlich geringer.
20.000 Personen nahmen an einer Protestkundgebung in Rom teil. Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt bis zum Regierungssitz. "Fiat muss uns sagen, ob er weiterhin Autos herstellen wird. Wir wollen über unsere Zukunft informiert werden", betonte ein Fiat-Arbeiter.
Die Gewerkschaftschefs trafen mit Arbeitsminister Roberto Maroni und Industrieminister Antonio Marzano zusammen. Das Kabinett Berlusconi wurde zur Ergreifung von Maßnahmen zur Förderung der Autobranche aufgerufen. "Die Regierung muss sich einschalten, um der italienischen Autoindustrie eine Zukunft zu geben", betonte ein Gewerkschaftssprecher.
Die Gewerkschaften drängen auf neue Verhandlungen über die Sanierung des krisengeschüttelten Unternehmens. Sie verlangen Garantien, dass die Sanierungsaktion zu keinen weiteren Stellenkürzungen führen werde. Die schwere Krise, die bei Fiat im Jahr 2002 ausgebrochen war, hat bereits zur Streichung von mehr als 6.000 Stellen in ganz Italien geführt. Auch der Österreicher Herbert Demel musste heuer den Chefsessel im Fiat-Autokonzern räumen.
Fiat hatte sich Mitte Februar mit GM nach wochenlangen Verhandlungen auf eine Beendigung der im Jahr 2000 eingegangenen Partnerschaft geeinigt. Laut Vereinbarung zahlt GM der italienischen Gruppe 1,5 Mrd. Dollar (1,12 Mrd. Euro), um sich aus der so genannten "Put Option" freizukaufen. Diese sah vor, dass der US-Konzern die mittlerweile hoch verschuldete Autosparte der Italiener auf deren Wunsch hin hätte übernehmen müssen. Zudem gibt GM seinen vor fünf Jahren erstandenen zehnprozentigen Fiat-Anteil an die Italiener zurück. (apa/red)
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