Keine Annährung in punkto Arbeitszeit: Fronten zwischen IV und ÖGB unverändert
- IV-Präsident Sorger fordert Flexiblisierung der Arbeitszeit
- ÖGB lehnt Änderung auf Kosten der Arbeitnehmer ab
Unverändert sind die Fronten in der Frage der Flexibilisierung der Arbeitszeit zwischen Industriellenvereinigung (IV) und Österreichischem Gewerkschaftsbund (ÖGB). Der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, erneuerte am Donnerstag seine Forderung nach Flexibilisierung der Arbeitszeit. ÖGB-Präsident Verzetnitsch lehnte eine Änderung der Arbeitszeit auf Kosten der Arbeitnehmer ab.
Im Rahmen der 60-Jahr-Feier des ÖGB Kärnten warnte Sorger außerdem davor, die globale Entwicklung zu unterschätzen. Europa werde in den nächsten sieben bis zehn Jahren einem Globalisierungsdruck ausgesetzt sein, den es weder steuern noch beeinflussen könne. "Bereiten wir uns auf den sozial verträglichsten Weg vor, diese Prüfung zu bestehen", forderte er. Sorger: "Und dieser Weg heißt Flexibilisierung."
Die Forderung des IV-Chefs stützt sich auf eine Umfrage bei den Unternehmen. Demnach erachten zwei Drittel der Befragten die Flexibilisierung als zu gering. Von einem größeren Betriebserfolg sollten dann auch die Arbeitnehmer profitieren, in Form von Bonifikationen, Prämien und Beteiligungsmodellen. Mitarbeiter könnten zu Miteigentümern "transformieren".
ÖGB-Chef betonte, dass 300 der 600 bestehenden Kollektivverträge 178 verschiedene Flexibilisierungsmodelle anbieten würden. Die bestehenden Regelungen verhinderten eine Einbahnstraße, "die Ausbeutung in einer Richtung". Er bekannte sich zur Teilnahme am Wettbewerb, "aber unter sozialen Bedingungen". (apa)
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