Donnerstag, 10. März 2005

Österreichs Wirtschaft wächst schneller: BIP gegenüber Vorjahr um 2,2% gestiegen

  • Exportplus: Gut 12 Prozent mehr im Vorjahresvergleich
  • Insgesamt reales Wachstum von über sechs Prozent

Österreichs Wirtschaftswachstum hat sich 2004 auf 2 Prozent beschleunigt. Dies gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag bekannt. 2003 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 0,8 Prozent gestiegen. Gegen Ende des Jahres verlangsamte sich die Konjunkturdynamik allerdings wieder etwas.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres erhöhte sich das um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigte BIP real gegenüber der Vorperiode um 0,3 Prozent (nach plus 0,8 Prozent im dritten Quartal). Gegenüber dem Vorjahr betrug der Anstieg 2,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Erholung im Euro-Raum hatte bereits im dritten Quartal an Kraft verloren (das BIP wuchs nur um 0,2 nach plus 0,5 Prozent im zweiten Quartal).

Der private Konsum wuchs im gesamten Jahresverlauf 2004 nur mäßig, im vierten Quartal real um 0,9 Prozent, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut. Mit derselben Rate habe sich auch der öffentliche Konsum erhöht.

Was die Produktionsseite betrifft, legte das Bauwesen die stärkste Steigerung der realen Wertschöpfung hin (im vierten Quartal plus 3,4 Prozent). Das Bank- und Versicherungswesen kam auf ein plus von 3,6 Prozent. Rückläufig war die Wertschöpfung lediglich in der öffentlichen Verwaltung (minus 0,9 Prozent) und im Beherbergungs- und Gaststättenwesen (minus 0,4 Prozent).

Laut Wifo ist der Hauptimpuls Ende 2004 von der Investitionstätigkeit ausgegangen: Nachdem die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern im Schlussquartal 2003 bereits mit einer zweistelligen Rate gestiegen war, wurde sie vor Auslaufen der Investitionszuwachsprämie mit Jahresende neuerlich ausgeweitet (gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent). Insgesamt ergab sich damit 2004 ein reales Wachstum von 6,3 Prozent bei den Investitionen.

(apa/red)

10.3.2005 10:25