Mittwoch, 9. März 2005

Resignation am Arbeitsplatz im Steigen: Jeder Zehnte ist im Job total frustriert

  • Je älter und weniger ausgebildet, umso höher der Frust
  • Aber auch Junge resignieren beim Berufseinstieg

Jeder zehnte Arbeitnehmer hat in seinem Job völlig resigniert, besonders stark ist die Resignation im Fremdenverkehr und im Einzelhandel. Dies ist das Resümee einer im Auftrag der oberösterreichischen Arbeiterkammer (AK OÖ) durchgeführten Umfrage, die am Mittwoch in Wien vorgestellt wurde.

Generell gilt: Je älter und weniger ausgebildet, umso höher die Resignation, Frauen sind statistisch resignierter als Männer. Außergewöhnlich hoch ist der Frust am Job aber auch bei den Berufseinsteigern.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich, die in regelmäßigen Abständen auch Untersuchungen über das Arbeitsklima anstellen lässt, hat die beiden Meinungsforschungsinstitute IFES und SORA mit der Entwicklung eines "Resignationsindex" beauftragt. Die neue Maßzahl soll u.a. helfen, ein Phänomen bei den Arbeitsklima-Untersuchungen zu erklären: In manchen Arbeitnehmer-Gruppen bzw. Berufen ist die Resignation hoch, die Arbeitszufriedenheit aber trotzdem relativ gut. Diese Phänomen findet sich beispielsweise bei männlichen Bediensteten in Verwaltung und Sozialversicherung, aber auch bei Lehrerinnen.

Unter Resignation verstehen die Studienautoren im Wesentlichen das Sich-Abfinden mit einer schlechten beruflichen Arbeitssituation, das Begraben von Aufstiegsambitionen oder von Hoffnungen auf "Sinnstiftung" im Job, erläutert SORA-Experte Christoph Hofinger.

Bemerkenswert hoch ist der neu entwickelte "Resignationsindex" mit einem Wert von 62 bei den 15- bis 20-Jährigen. Er ist damit deutlich höher als in allen anderen Altersgruppen bis 35. Den Grund dafür ortet der Präsident der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Johann Kalliauer in schlechter Beratung, vor allem aber Ausbildung: Viele junge Arbeitnehmer fänden danach keinen passenden Arbeitsplatz. "Auch die Inhalte der Lehre sind oft nicht mehr zeitgemäß", so Kalliauer.(apa/red)

9.3.2005 14:20