Mittwoch, 9. März 2005

Nach Sparmaßnahmen: Post-Vorstand
kann sich Börsegang schon 2006 vorstellen

  • 1.400 Vollzeitmitarbeiter wurden im Vorjahr abgebaut
  • Gewerkschaft droht mit Streik: Verkauf wäre übereilt

Post-Generaldirektor Anton Wais kann sich einen Börsegang im Jahr 2006 vorstellen. "Der gesamte Vorstand hat kein Problem, wenn die Post in einem Jahr an die Börse gebracht werden sollte", sagte Wais in einem Interview mit der APA. Die Post habe im Vorjahr 1.400 Vollzeitmitarbeiter abgebaut, mehr als erwartet.

Die bis 2007 angepeilte Gewinnmarge (Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz) von 5 Prozent habe das Unternehmen bereits im Vorjahr erreicht. Dennoch will die Post weiter sparen. An der geplanten Schließung von 357 Postämtern bis Jahresmitte hält Wais ungeachtet der anhaltenden Länderproteste weiter fest.

Die Gewerkschaft hatte zuletzt mit Streik gedroht, sollte die Post schon 2006 an die Börse gehen. Sie glaubt, dass ein Verkauf im kommenden Jahr übereilt wäre, und fürchtet deshalb einen erhöhten Kostendruck bzw. in weiterer Folge die Zerschlagung des Unternehmens. Wais weist diese Sorgen zurück.

Die Restrukturierung sei ohnehin nie abgeschlossen, so der Generaldirektor. Die Post müsse in jedem Fall "noch schlanker werden". Von der "Wettbewerbsfähigkeit" sei das Unternehmen ohnehin noch "weit entfernt", betonte Wais.

Wais bekräftigte als Einsparungsziel die Reduktion des Personalaufwands auf weniger als 60 Prozent des Umsatzes. Im Vorjahr lag dieses Verhältnis mit rund 960 Mio. Euro Personalkosten gegenüber 1,597 Mrd. Euro Umsatz noch knapp über der angepeilten Marke. Der Umsatz der Post erhöhte sich damit, wie berichtet, entgegen dem Markttrend um 4 Prozent.

Wais glaubt dennoch, dass der Briefumsatz - nach wie vor das Hauptgeschäft der Post - in den nächsten Jahren weiter um jeweils zwei bis vier Prozent sinken wird. Wachsen will die Post vor allem im Business-Paket-Bereich in Süd-Osteuropa.(apa)

9.3.2005 11:55