Montag, 7. März 2005

Boeing-Chef muss nach Affäre gehen! Stonecipher hatte Verhältnis mit Managerin

  • "Verhalten entsprach nicht dem Verhaltenskodex"
  • Finanzvorstand James A. Bell übernimmt Führung

Harry Stonecipher, Chef des US-Luftfahrtkonzerns Boeing, ist am Montag völlig überraschend zurückgetreten. Grund dafür sei ein Verhältnis des 68-Jährigen mit einer Managerin des Unternehmens gewesen, teilte Boeing mit. Interne Ermittlungen des Verwaltungsrats hätten gezeigt, dass Stoneciphers Verhalten nicht dem Verhaltenskodex des Unternehmens entsprochen habe und den Manager bei der Führung des Unternehmens behindert hätte.

Die Unternehmensentwicklung und Finanzlage von Boeing sei weiterhin stark, sagte Verwaltungsratschef Lew Platt. Zum Interimschef wurde der bisherige Finanzvorstand James A. Bell (56) ernannt. Verwaltungsratschef Platt wird Bell zur Seite stehen, Platts nicht geschäftsführende Rolle wird ausgeweitet.

Genaue Angaben zu der betroffenen Mitarbeitern und den Umständen der Beziehung machte Boeing nicht. Das Unternehmen teilte lediglich mit, dass die Betroffene nicht direkt gegenüber dem Boeing-Chef verantwortlich war. Berufliche Vorteile habe die Angestellte durch die Beziehung nicht erlangt.

Der Verwaltungsrat habe aber beschlossen, "dass die Fakten ein schlechtes Zeugnis für Harrys Beurteilungsvermögen ausstellen und seine Fähigkeit, das Unternehmen zu führen, beeinträchtigen würden", so Boeing.

Stonecipher ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Der scheidende Boeing-Chef war erst seit Ende 2003 im Amt. Zuvor Boeing-Vizechef Stonecipher hatte die Führung von Phil Condit übernommen, der nach einer Reihe von Skandalen um Industriespionage und unsaubere Methoden bei der Auftragsbeschaffung zurücktreten musste. (apa)

7.3.2005 14:43