Fünffacher Torschütze: Violettes UEFA-Cup-Hoch ist eng mit Sionko verbunden
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Reden Sie mit: Was ist den
"Violetten" zuzutrauen?
Zum Siegen gehören im Fußball bekanntlich zumindest elf Spieler. Der Höhenflug des FK Austria Magna im UEFA-Cup ist jedoch besonders eng mit einem Namen verbunden: Libor Sionko. Von den insgesamt 13 Toren, die die Violetten in den zehn Spielen des laufenden Bewerbes erzielt haben, gingen allein fünf auf das Konto des Tschechen. Für diesen ist das aber nichts Besonderes. "In der Champions League habe ich für Sparta Prag schon sechs Mal getroffen", erzählt der Flügelflitzer.
Am Donnerstag im Wiener Happel-Stadion gegen Real Saragossa könnte "Mister UEFA-Cup" seinen persönlichen Rekord zumindest einstellen. Doch der aktuelle Torschütze vom Dienst auf der internationalen Bühne, der in der Bundesliga aber erst ein einziges Mal für die Violetten (im Oktober auswärts gegen Wacker Tirol) getroffen hat, bleibt mit beiden Beinen fest auf dem Boden. "An meine Rekorde denke ich dabei sicher nicht, wenn man gut spielt, dann kommt ohnehin alles von alleine", sagt der sympathische 28-Jährige.
Sionko, der zuletzt in Bilbao mit seinen zwei Toren zum Helden avancierte und der UEFA auf ihrer Homepage eine Story Wert war, ordnet sich ohne Starallüren dem Kollektiv unter. "Okay, ich habe zwei Mal eingenetzt, aber auch unsere Abwehr hat gegen die Basken grandios gespielt." Diese zwei Komponenten könnten auch gegen die Aragonier zum Tragen kommen. "Wir können noch mehr, wir haben Saragossa in der Gruppen-Phase besiegt, warum also nicht auch jetzt. Alles ist möglich", meint der Mittelfeldspieler.
"Bessere Perspektiven in den Reihen der Austria"
Der kleine Mann mit dem großen Drang zum gegnerischen Gehäuse war erst im vergangenen Winter von Sparta Prag, wo er sein Stammleiberl an Heimkehrer Karel Poborsky verloren hatte, zu Liebherr GAK gewechselt. Mit den Grazern gewann er auf Anhieb das begehrte Double (Trainer Walter Schachner: "Libor hat daran enormen Anteil, er geht uns ab, er ist ein wirklich Großer"), doch der Titelrivale Austria warb ihn nach sechs Monaten ab. Libor brachte mit seiner Übersiedlung nach Favoriten den Erfolg gleich mit.
"In Graz habe ich eine kurze, aber sehr tolle Zeit verbracht. Doch ich denke, dass ich in den Reihen der Austria bessere Perspektiven habe", gesteht der ehrliche Sionko, der Österreich als sein fußballerisches Märchenland empfindet. Nach dem Double mit dem GAK und dem Supercup mit Austria sowie dem nunmehrigen UEFA-Cup-Höhenflug kann man ihn verstehen. Das Märchen könnte sogar eine Fortsetzung finden. Dazu Sionko: "Wenn du auswärts Bilbao schlägst, kannst du natürlich auch ein zweites Mal Saragossa besiegen!"
Sionko denkt nicht und doch an den UEFA-Cup-Sieg
Mit ein wenig Glück schaffe die Austria auch diese Achtelfinal-Hürde. Im November gelang dies in der Gruppen-Phase mit dem 1:0 schon einmal. "Natürlich denken wir nicht an den Gewinn des UEFA-Cups, aber wer weiß", gibt sich der Goalgetter realistisch und spitzbübisch. In den violetten Reihen ist Sionko schon längst ein fixer Bestandteil. Seine Mitspieler haben ihn gut aufgenommen und Sportmanager Günter Kronsteiner sowie Trainer Lars Söndergaard sagen nur Gutes über ihren Vorzeigespieler.
"Libor ist ein sehr umgänglicher Typ mit viel Disziplin und mentaler Stärke", lobt der Däne den Teamspieler, der in jedem Spiel 120 Prozent gebe, enorme Laufarbeit verrichte und so in jedem Spiel zu drei, vier Torchancen komme. Kronsteiner charakterisiert Sionko, den er im Sommer nach Wien gelotst hat, als "dynamischen Mann mit unheimlichem Siegeswillen". Und er sei immer gut aufgelegt, für einen Spaß zu haben. "Das ist auch sehr wichtig für das Klima in der Mannschaft", meint der Steirer.
Der Transfer nach Österreich war für Sionko sozusagen die vielleicht letzte Möglichkeit für ein gutes Engagement im Ausland. "1998 wollte mich Lazio Rom, dann habe ich mir aber die Bänder gerissen. Ein Jahr später schoss ich dann mit einem Tor im Olympia-Stadion die Italiener aus der Champions League", erzählt der Austrianer mit der Rückennummer sieben. 2003 hatte Olympique Marseille Sionko gemeinsam mit Stepan Vachousek engagieren wollen, aber auch daraus wurde letztlich nichts. Jetzt spielen die Landsleute eben für die Veilchen, und das als erfolgreiche Flügelzange.
(apa)
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