Nach Sieg über Mattersburg: Pasching erstmals seit zweieinhalb Jahren an Spitze
- Heiße Diskussion um das Paschinger Waldstadion
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Der FC Superfund Pasching ist am Mittwoch Abend erstmals nach zweieinhalb Jahren wieder an die Tabellenspitze der T-Mobile Fußball-Bundesliga zurück gekehrt. Dank einer starken zweiten Hälfte und dem Treffer von Christian Mayrleb (62.) besiegten die Oberösterreicher den SV Mattersburg mit 1:0 (0:0) und führen nun mit einem Punkt vor Rapid und zwei vor der Austria.
Während die Paschinger im Linzer Stadion den Sprung an die Spitze feierten, wurde hinter den Kulissen heiß über das Waldstadion diskutiert, das demnächst eine Rasenheizung bekommen wird, aber dessen Sitzplatzkapazität ausgebaut werden müsste, um die Lizenz zu erhalten.
Der Wechsel nach Linz, wo wegen der bereits bestehenden Rasenheizung problemlos gespielt werden konnte, hat sich sportlich für den FC Superfund bezahlt gemacht. Als Aufsteiger war die Mannschaft von Trainer Georg Zellhofer im Herbst 2002 drei Runden lang an der Spitze gestanden, zuletzt am 11. September. Nun nützten die Paschinger die zahlreichen Spiel-Verschiebungen von Rapid und Austria zum Sprung zurück an die Spitze.
"Für uns hat hier nur der Sieg gezählt", freute sich Zellhofer, der seine Spieler in der Halbzeitpause mit einer Kabinenpredigt erst aufwecken musste. Sie sollen auf die Tabelle schauen und sich vor Augen führen, welche Chance sie hätten. Mit Erfolg. "Nach der Pause haben wir uns zusammengerissen und verdient gewonnen", so der Trainer.
Pasching will Sitzplatz-Kapazität nicht erhöhen
Die Übernahme der Spitzenposition animierte Pasching-Boss Franz Grad auch, für ihn unsinnige Vorgaben für die Lizenzierung aufzuzeigen. Der bei der Bundesliga für die Lizenzierung zuständige Reinhard Herovits hat Grad schriftlich davon informiert, dass Pasching die Sitzplatzkapazität im Waldstadion von derzeit 1.700 auf 3.000 erhöhen muss, um die Lizenz zu erhalten. "Es ist kein Bedarf für 3.000 Sitzplätze da. Wir haben ja nur 3.000 Zuschauer, alle wollen nicht sitzen. Wir machen das nicht, das können wir heuer nicht erfüllen", erklärte Grad verärgert.
"Wir wollen erst den sportlichen Erfolg, dann die Infrastruktur", sagt er. "Es muss gewährleistet sein, dass sich Pasching etabliert. Sportlich ist das geschafft, ich kann mich nicht erinnern, dass ein Aufsteiger drei Jahre lang oben mitgespielt hat. Jetzt investieren wir in die Infrastruktur. Aber für uns sind 3.000 Sitzplätze keine Erfordernis. Wir werden eine Rasenheizung bekommen, das kommt uns wichtiger vor". Zudem sei ohnehin ein Umbau der Westtribüne im Herbst oder nächstes Frühjahr geplant.
Pangl signalisiert Kompromissbereitschaft
Der Oberösterreicher erneuerte in diesem Zusammenhang die zuletzt geäußerte Kritik an der von Frank Stronach geführten Bundesliga: "Das ist ein typischer Bürokratismus. Sie sind dazu da, uns zu dienen, und nicht, uns zu ärgern."
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl signalisiert Verständnis für Grad. "Wenn Pasching das Stadion renoviert, dann soll man nicht päpstlicher als der Papst sein. Ich will dem Senat nicht vorgreifen, aber ich bin überzeugt, man wird einen gangbaren Weg finden. Die Liga ist da, um ihren Klubs zu helfen. Das ist meine Philosophie", betonte er. (apa)
