Formel 1: Christian Kliens Kampfansage nach seinem starkem Auftritt in Melbourne
- "Mein bisher bestes Rennen, habe Cockpit verdient"
- Paul Stoddart bot Rücktritt an: "Wenn Mosley auch geht"
·Red Bull fliegt zum tollen F1-Einstand!
Klien jubelt über 7. Platz, Coulthard sogar Vierter!
·Fisichella gewinnt, Red Bull sensationell
Toller 7. Platz für Klien in Melbourne, Friesacher 17.
·BILDER: Das war der
GP von Australien!
Renault fährt allen davon, Red Bull fliegt zu Punkten
·Das Ergebnis vom Melbourne-Rennen
Grand Prix von Australien am 6. März 2005
·BILDER: Beach-Boy Michael Schumacher
Klicken: Alles rund um den F1-Grand-Prix in Australien
·KLICKEN: Fahrer der F1-Saison 2005
Die wichtigsten Infos zu den 21 aktuellen Piloten
·KLICKEN: Die neuen
Regeln für Saison '05
Änderungen bei Motoren, Reifen & neues Qualifying
·KLICKEN: Termine der F1-Saison 2005
PLUS: Alle Details zu den 19 Grand-Prix-Strecken
·Bilder: Die Boliden für die Saison 2005!
Klicken: Fulminante Party von Red-Bull-Racing-Team
Der Tag danach in Melbourne: Der Albert Park im Herzen der Stadt wird den Bewohnern zurückgegeben, unfassbare 369.000 Zuschauer vom (Gratis-)Donnerstag bis zum Sonntag haben wieder einmal bewiesen, dass die Formel 1 in Australien zu Hause ist. Österreichs Piloten genossen die Ruhe nach dem ersten Sturm. Vor allem Christian Klien nach Platz sieben: "Das war mit Abstand mein bisher bestes Rennen. Ich habe gezeigt, dass ich zu Recht im Cockpit sitze."
Der Vorarlberger verband seine Freude mit dem fantastischen und viel gelobten Auftritt seines Red-Bull-Teams gleich mit einer Art Kampfansage an seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi. Das bereits über den Winter laufende Match der beiden hatte auch in Melbourne eine sehenswerte Fortsetzung erhalten. Liuzzi knallte gleich im ersten Training die Bestzeit hin, Klien konterte mit einem äußerst klugen Rennen, in dem er sogar die um 63 Tausendstel schnellere Rennrunde fuhr als Routinier David Coulthard.
Und damit der Nummer eins im Team durchaus ebenbürtig war, auch wenn Coulthard als Vierter fast aufs Podium gekommen wäre. Wenn nicht Rubens Barrichello (Ferrari) und Fernando Alonso (Renault) in überlegenen Autos von den Plätzen elf bzw. 13 hinter Sieger Giancarlo Fisichella noch in die ersten drei fuhren.
Kliens Rückblick auf den WInter: "Optimal war das nicht"
Eine mehr als bemerkenswerte Vorstellung des Vorarlbergers. "Vor allem wenn man bedenkt, dass ich im Winter bei den Tests ja nur die Hälfte der Zeit von David im Auto saß, weil ich meines mit Liuzzi teilen musste", stellte er zufrieden fest und blickte noch ein Mal zurück. "Im Winter sollte man ja eigentlich das Auto entwickeln. Tonio und ich sind aber jedes Mal quasi Qualifikation gefahren. Optimal war das nicht."
Am Ende war aber auch bei Klien die Erfahrung der große Trumpf. "Wirklich ein Riesen-Unterschied zum ersten Jahr. Man geht die Sache ganz anders an und wenn du weißt, dass du mit den Williams-BMW und den McLaren-Mercedes mithalten kannst, ist das schon ein gutes Gefühl." Während Klien nun einige Tage in Langkawi ausspannt, hatte mit Patrick Friesacher der zweite Formel-1-Österreicher gerade einen Tag Zeit zum Ausspannen, eher er schon am Dienstag in Adelaide den nächsten PR-Termin für seinen Minardi-Teamchef Paul Stoddart absolviert.
Stoddart will nur mit Max Mosley gehen
Stoddart war am Wochenende zur Reizfigur schlechthin avanciert. Mit seiner Gerichtsklage hätte er fast die Absage des Melbourne-GP bewirkt und auch wenn GP-Chef Ron Walker nach den FIA-Drohungen, in Australien keine Motorsport-Veranstaltungen mehr durchzuführen, am Montag Entwarnung gab und die Fortführung bis 2010 versicherte: Mit dieser Aktion hat der Minardi-Chef zwar viel Aufmerksamekeit erzeugt, vielen aber keinen Bärendienst erwiesen. Allen voran seinen Piloten, die einen ganzen Trainingstag verpassten.
Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hielt sich deshalb auch nicht zurück. "Paul ist ein Übel, seit er in der Formel 1 ist. Bisher haben wir ihn geschützt. Aber wer die Formel 1 so herunter macht, für den ist kein Platz mehr. Er soll gehen wie es Eddie Jordan getan hat", ließ er Stoddart über eine britische Zeitung ausrichten. Der wiederum sah sich vielmehr im Clinch mit FIA-Boss Max Mosley und bot am Montag sogar seinen Rücktritt an.
"Aber nur, wenn Max Mosley auch geht. Ich jedenfalls bin bereit Minardi aufzugeben, wenn das die langfristige Zukunft der Formel 1 sichert", gab sich Friesachers Teamchef dramatisch. Dass er letztlich den Einsatz des alten und regelwidrigen Minardi per Gerichtsentscheid erzwunge, am Ende aber dann doch das umgebaute und reguläre Auto eingesetzt hatte, lässt nur den Schluss zu, dass es in Wahrheit um ganz andere Dinge ging. Friesacher: "Keine Ahnung. Er hat uns Piloten aus dem Ganzen immer heraus gehalten." (apa/red)
