Sonntag, 13. März 2005

Verliert der Ski-Weltcup seinen buntesten Hund? Bode Miller überlegt Ausstieg!

  • US-Skistar will seine eigene "Alternativ-Tour" gründen
  • Harsche Kritik an FIS: "Alles läuft ab wie vor 60 Jahren"

Bode Miller hat am Freitagabend in Lenzerheide seine Idee von der Gründung einer Konkurrenz-Serie zum alpinen FIS-Ski-Weltcup bekräftigt. Dem US-Star schwebt eine "Alternativ-Tour", eine "neue Pro-Tour" vor, bei deren Gründung er federführend sein möchte. "Im Moment bin ich die Person, die diese Idee umsetzen könnte", erklärte der 27-Jährige, der mit den FIS-Strukturen unzufrieden ist. Einen konkreten Plan zur Umsetzung seiner revolutionären Idee gibt es jedoch laut Miller noch nicht.

"Derzeit laufen Verhandlungen", so Miller, der in seiner Tour die besten Skifahrer der Welt vereinen möchte. Miller kritisierte in Lenzerheide den Weltverband FIS scharf. "Innerhalb der FIS gibt es keine Weiterentwicklung. Alles läuft so ab wie vor 60 Jahren, die Sache stagniert.", so der Doppelweltmeister von Bormio, der sich im Frühjahr näher mit diesem Thema auseinander setzen möchte.

Rückendeckung erhält Miller u.a. von seinem Teamkollegen Erik Schlopy, der US-Boy hofft aber auf Unterstützung von weiteren Rennfahrerkollegen. Miller: "Ich habe schon mit Einigen darüber gesprochen." Schuld an der Misere trägt laut Miller, der sich ähnlich wie der Kärntner Rainer Schönfelder mehr Showcharakter im Weltcup-Zirkus wünscht, die "Ausnahmestellung" der FIS. "Die FIS nutzt ihre Stellung aus. Wenn man keine Konkurrenz hat, dann wird man faul, dann entwickelt man sich nicht weiter."

Der Internationale Skiverband hat auf die Kritik Millers reagiert. "Wir sind kein 'Holiday on Ice', sondern für alle Mitgliedsverbände und den Sport da", sagte Generalsekretärin Sarah Lewis. "Er (Bode, Anm.) ist eine Art Revolutionär gegen die ganze Gesellschaft und die Leute mögen das", meinte FIS-Präsident Gian-Franco Kasper gelassen.

(apa)

13.3.2005 11:40