Freitag, 11. März 2005

Kleine Kristallkugel für Dorfmeister: Sieg für die Österreicherin im Super-G-Weltcup!

  • Platz eins im letzten Super G der Saison in Lenzerheide
  • Schild wird sensationelle Zweite, Götschl auf Rang vier

Mit zwei lauten Jubelschreien im Zielraum hat Michaela Dorfmeister in Lenzerheide den Gewinn des Super-G-Weltcups gefeiert. Die Niederösterreicherin setzte sich in "Bode-Miller-Manier" durch, siegte beim Finale in der Schweiz und räumte damit die Kleine Kristallkugel ab. Damit hat sich Dorfmeister einen lang ersehnten Traum erfüllt, die Gerüchte über ein mögliches Karriereende vor dem Olympia-Winter 2005/2006 wischte die 32-Jährige aber vom Tisch. "Ich mache noch eine Saison weiter", verkündete die strahlende Siegerin nach ihrem 21. Weltcup-Erfolg, dem siebenten im Super G.

"Diese Kugel hat mir noch gefehlt, das war ein riesengroßes Ziel von mir, an dem ich zwei Jahre lang hart gearbeitet habe. Heute habe ich die Kugel vor dem Start schon einige Male vor mir gesehen, dann habe ich die Kohlen aus dem Feuer geholt", sagte Dorfmeister, die nun den Gesamt- (2002), Riesentorlauf- (2000), Abfahrts- (2003) und Super-G-Weltcup (2005) gewonnen hat.

Die routinierte ÖSV-Läuferin gewann in Lenzerheide in 1:12,38 Minuten vor ihrer sensationellen ÖSV-Teamkollegin Marlies Schild (+0,30 Sekunden) und der Schwedin Anja Pärson (0,58), die ihren Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf Janica Kostelic (nur Platz 15) auf 89 Punkte ausbaute. Renate Götschl, die am Donnerstag den Abfahrts-Weltcup nach Österreich geholt hatte, vergab mit Rang fünf die Chance auf ihre zweite Kugel in Lenzerheide.

"Danke an die Trainer, meinen Servicemann, die Familie und die Fans", widmete Dorfmeister ihren Triumph dem gesamten Umfeld. Der Materialwechsel im vergangenen Frühjahr von Blizzard zu Atomic hat sich für Dorfmeister bereits im ersten Jahr ausgezahlt. "Jetzt muss ich erst einmal alle Verträge neu verhandeln, denn eigentlich wollte ich ja aufhören", bestätigte Dorfi, dass sie die Ski eigentlich an die Wand nageln wollte. "Aber jetzt fahre ich weiter, weil es sich halt einfach gerade so ergibt."

Immer locker bleiben
Wie groß die Freude über den Super-G-Gesamtsieg war, konnte man Dorfmeister deutlich ansehen. "Ich bin ein Mensch, der seine Emotionen zeigen kann. Darauf bin ich stolz." Und die Lockerheit war der große Trumpf von ihr. "In der Abfahrt wollte ich alles überperfekt machen, das funktioniert bei mir nicht. Ich muss einfach locker sein, dann klappt es. Und das ist mir heute gelungen."

Stolz durfte eitag auch Marlies Schild sein, die die Startnummer eins optimal ausnutzte und in ihrem erst dritten Weltcup-Super-G bei der zweiten Ziel-Ankunft (nach Platz 42 in St. Moritz) den ersten Speed-Podestplatz ihrer Karriere erreichte. "Früher war der Super G für mich nur eine Randdisziplin, da war ich vor dem Start immer sehr unsicher. Das ist aber jetzt eine tolle Motivation fürs Sommertraining", freute sich die Salzburgerin, die eigentlich ein Top15-Resultat erreichen wollte und im unteren Streckenteil Bestzeit markierte.

Die Enttäuschung von Renate Götschl, die den Super-G-Weltcup mit 77 Punkten Rückstand auf Dorfmeister auf Rang zwei beendete, hielt sich in Grenzen. "Ich hätte mir die Kugel nicht verdient gehabt, dafür war ich heuer im Super G viel zu unkonstant. Aber ich habe mein Ziel, eine Kugel zu gewinnen, ja schon erreicht gehabt."

Ergebnis:
1.Michaela DorfmeisterAUT1:12,38 Min.
2.Marlies SchildAUT+0,30 Sek.
3.Anja PärsonSWE+0,58
4.Lindsey C. KildowUSA+0,60
5.Renate GötschlAUT+0,65
6.Martina ErtlGER+0,72
7.Nadia FanchiniITA+0,76
8.Petra HaltmayrGER+0,85
9.Elisabeth GörglAUT+0,98
9.Silvia BergerAUT+0,98
11.Kirsten L. ClarkUSA+1,01
12.Emily BrydonCAN+1,26
13.Alexandra MeissnitzerAUT+1,36
14.Tina MazeSLO+1,38
15.Janica KostelicCRO+1,40
15.Lucia RecchiaITA+1,40
17.Caroline LaliveUSA+1,64
18.Ingrid JacquemodFRA+1,77
19.Isolde KostnerITA+2,02
20.Hilde GergGER+2,09
21.Brigitte ObermoserAUT+2,11
22.Carole Montillet-CarlesFRA+2,83
23.Kelly VanderbeekCAN+3,62

Ausgeschieden: Katja Wirth (AUT), Julia Mancuso (USA)

11.3.2005 14:06