WC-Finale in Lenzerheide: Walchhofer sichert sich Abfahrts-Weltcup - Kjus siegt!
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2. Scheiber, Miller bleibt vor
Raich, Walchhofer gestürzt
Zum Auftakt des Weltcup-Finales in Lenzerheide hat es am Donnerstag einen österreichischen Abfahrts-Feiertag gegeben - wenige Stunden nach Renate Götschl hat sich auch Michael Walchhofer zum Weltcup-Sieger in der Königsdisziplin gekrönt. Dem Salzburger, der eine sensationell konstante WM-Saison hingelegt hat, reichte in der elften und letzten Abfahrt ein vierter Platz zur ersten Kristallkugel seiner Karriere. Damit haben die ÖSV-Herren die Abfahrtskugel zum sechsten Mal in Folge nach Österreich geholt.
Der Sieg in Lenzerheide ging überraschend an den norwegischen Haudegen Lasse Kjus. Der 34-Jährige setzte sich auf der verkürzten Beltrametti-Strecke - die Herren starteten vom Damen-Start - in 1:24,09 Minuten vor dem US-amerikanischen Gesamt-Weltcup-Führenden Bode Miller (+ 0,14 Sekunden), dem Kärntner Fritz Strobl (0,18) sowie den ex aequo Vierten Salzburgern Walchhofer und Hermann Maier (jeweils 0,68) durch. Benjamin Raich wurde Elfter und liegt nun im Gesamt-Weltcup drei Bewerbe vor Saisonschluss 108 Punkte hinter Miller.
Nur noch Miller hatte im Falle eines Sieges und eines gleichzeitigen Absturzes von Walchhofer dem Zauchenseer die Abfahrts-Kugel wegnehmen können. Doch die Entscheidung zu Gunsten des Österreichers war bereits vor dessen Fahrt gefallen - Miller (Startnummer 24) blieb auf der Super-G-ähnlichen, extrem kurvigen Abfahrt hinter Kjus, damit hatte Walchhofer (Nummer 25) den Gesamtsieg sicher.
Walchhofer: "Die schwerste Woche meiner Karriere"
Der baumlange und schlaksig wirkende Walchhofer war nach seinem Sturz am vergangenen Wochenende in Kvitfjell mit schweren Knieproblemen ins Rennen gegangen, der frisch gebackene Weltcup-Sieger hatte sich mit Schmerzmitteln vor dem Rennen behandeln lassen. Im Ziel war dem Weltmeister 2003 die Erleichterung anzumerken. "Das war vielleicht die schwerste Woche meiner Karriere, der Sturz hat mich ordentlich zurück geworfen. Ich war ziemlich am Boden, körperlich und geistig", gestand der Hotelier.
Beim Rennen selbst haben sich die Schmerzen beim 29-Jährigen in Grenzen gehalten: "Mit diesem Adrenalin kann man gar keine Schmerzen spüren." Nach neun Podestplätzen in den zwölf Saison-Abfahrten (inklusive WM) hat der Österreicher sein großes Ziel erreicht. "Der Abfahrts-Weltcup war für mich noch wichtiger als die WM in Bormio, denn Weltmeister war ich ja schon."
"Senior" Kjus von Sieg überrascht
Mann des Tages war neben Walchhofer auch Sieger Lasse Kjus, der nach dem Riesentorlauf in Beaver Creek seinen zweiten Saisonsieg feierte. Für den Mann mit dem grauen Bart war es der 18. Weltcup-Erfolg, der erste in der Abfahrt seit Kitzbühel im Jänner 2004. "Dieses Sieg überrascht mich sehr, aber ein so weicher Schnee wie hier liegt mir. Da kann ein Senior wie ich besser angreifen."
Angesichts seines tollen Erfolges hat Kjus nach dem Rennen bekannt gegeben, dass er noch eine Saison dranhängen wird. "Ich werde mir den Olympia-Winter auch noch geben. Jetzt hab ich die notwendige Motivation dafür", meinte der Wikinger aus Siggerud.
Unzufriedener Raich schreibt Gesamt-Weltcup noch lange nicht ab
Benni Raich war nach dem Rennen unzufrieden. "Das war heute keine erfolgreiche Jagd, meine Fahrt war weniger gut", so der Pitztaler. Bode Miller hielt dem Druck im Saisonfinish trotz des schwierigen Kurses scheinbar problemlos stand und vergrößerte den Vorsprung auf Raich auf 108 Zähler. "Das bedeutet aber noch nicht viel, wir haben noch drei Rennen. Wenn ich weiterhin solche Leistungen bringe, dann kann ich es schaffen."
Während Walchhofer nach Platz vier strahlen durfte, war Maier nach Platz vier weniger glücklich. Kopfschüttelnd schwang der Salzburger im Ziel ab. "Das war ein wenig seltsam heute, mit einer richtigen Abfahrt kann man das nicht vergleichen." Mit Platz drei im Abfahrts-Weltcup kann Maier hingegen sehr gut leben. "Das habe ich alles in den letzten Rennen herausgeholt", so der Sieger von Kvitfjell, der die Materialabstimmung in den Griff bekommen hat.
| Herren-Abfahrt in Lenzerheide: | |||||
| 1. | Lasse Kjus | NOR | 1:24,09 Minuten | 94,74 km/h | |
| 2. | Bode Miller | USA | 1:24,23 | +0,14 | +3,68 m |
| 3. | Fritz Strobl | AUT | 1:24,27 | +0,18 | +4,73 m |
| 4. | Hermann Maier | AUT | 1:24,77 | +0,68 | +17,75 m |
| . | Michael Walchhofer | AUT | 1:24,77 | +0,68 | +17,75 m |
| 6. | Daron Rahlves | USA | 1:24,78 | +0,69 | +18,01 m |
| 7. | Marco Büchel | LIE | 1:24,91 | +0,82 | +21,37 m |
| 8. | Didier Defago | SUI | 1:24,96 | +0,87 | +22,66 m |
| 9. | Erik Guay | CAN | 1:25,17 | +1,08 | +28,06 m |
| 10. | Klaus Kröll | AUT | 1:25,21 | +1,12 | +29,09 m |
| 11. | Benjamin Raich | AUT | 1:25,23 | +1,14 | +29,60 m |
| 12. | Alessandro Fattori | ITA | 1:25,42 | +1,33 | +34,46 m |
| 13. | Bruno Kernen | SUI | 1:25,65 | +1,56 | +40,31 m |
| 14. | Johann Grugger | AUT | 1:25,68 | +1,59 | +41,07 m |
| 15. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:25,77 | +1,68 | +43,35 m |
| 16. | Christoph Gruber | AUT | 1:25,86 | +1,77 | +45,62 m |
| 17. | Andreas Schifferer | AUT | 1:25,91 | +1,82 | +46,88 m |
| 18. | Peter Fill | ITA | 1:26,12 | +2,03 | +52,16 m |
| 19. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:26,38 | +2,29 | +58,67 m |
| 20. | Kristian Ghedina | ITA | 1:26,71 | +2,62 | +66,87 m |
| 21. | Max Rauffer | GER | 1:27,02 | +2,93 | +74,51 m |
Ausgeschieden: Mario Scheiber, Werner Franz (beide AUT), Rok Perko (SLO), Ambrosi Hoffmann (SUI)
(apa/red)
