Donnerstag, 10. März 2005

Seit 13. Dezember ohne Weltcup-Sieg: Zeigt Bode Miller in Lenzerheide Nerven?

  • Der sonst so coole US-Amerikaner wackelt gehörig
  • Miller protzt: "Bin der beste Allrounder des Winters"

Bode Miller greift in Lenzerheide nach dem ersten US-Gesamt-Weltcup-Sieg seit 1983. Serienausfälle in den technischen Disziplinen und ungewohnte Fehler zeigen jedoch deutlich, dass die nervlichen und körperlichen Strapazen des langen WM-Winters auch am sonst so coolen Miller nicht spurlos vorbei gegangen sind.

Die Fakten zeigen, dass Miller seit 13. Dezember 2004 (Slalom in Sestriere) kein Weltcup-Rennen mehr gewonnen hat, dass Miller seit 11. Jänner 2005 (Platz zwei im Adelboden-Riesentorlauf) keinen einzigen Punkt in den technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf geholt hat (!) und dass Millers zwischenzeitlicher Vorsprung von 422 Punkten (18. Dezember 2004 nach der Abfahrt in Gröden) Punkt für Punkt dahingeschmolzen ist.

"Bode scheint nervös zu sein - so kenne ich ihn gar nicht", beobachtete auch sein Freund und Teamkollege Daron Rahlves bisher nicht gekannte Miller-Seiten. Auch sein Hauptkonkurrent Benni Raich merkte an: "Vielleicht ist es die fehlende Kraft, vielleicht ein mentales Problem." Miller selbst spricht von "stupid mistakes" (dummen Fehlern), die ihm im Endeffekt den Weltcup kosten könnten.

Dementsprechend vorsichtig blickt der Doppelweltmeister von Bormio Richtung Finale, Bode drängt sogar den derzeit großartig fahrenden Raich in die Favoritenrolle. "Meine Chancen sind jetzt eher klein, der Vorsprung ist alles andere als groß. Er muss einen großen Fehler machen und ich muss hier Rennen gewinnen. Deshalb werde ich hier in Lenzerheide auf Sieg fahren", verkündete Miller, der zu Saisonbeginn mit sechs Siegen in zehn Rennen die Konkurrenz zu Statisten degradiert hatte.

In seiner Kolumne für die "Denver Post" machte Miller klar, dass er sich die Große Kristallkugel voll und ganz verdient hätte. "Für mich ist schon jetzt klar: Ich bin der beste Allrounder des Winters. Aber damit das wirklich wahrgenommen wird und auch zählt, muss ich eben den Gesamtweltcup gewinnen."

Miller, der in der laufenden Saison Siege in Abfahrt, Super G, Slalom und Riesentorlauf gefeiert hat, betont stets, wie wertvoll der Gesamtsieg für ihn wäre: "Das würde mir sehr viel bedeuten. Diese Auszeichnung ist für den besten Skirennfahrer der Welt bestimmt. Für den Besten eines ganzen Winters und nicht für den Besten eines einzigen Tages wie bei einer WM oder bei Olympia."

(apa/red)

10.3.2005 16:33