Montag, 7. März 2005

Hermann Maier dank perfektem Setup in Hochform: Gesamt-WC ist wieder ein Thema

  • Ohne Unfall wären auch Stenmarks 86 Siege gefährdet
  • PLUS: Gratulieren Sie dem "Herminator" zum "50er"!

Mit seinem Kvitfjell-Double am vergangenen Wochenende - Sieg in Abfahrt und Super G - hat Hermann Maier das Rennen um den Gesamt-Weltcup in einen Dreikampf verwandelt. Nach dem monatelangen Tüfteln hat der Salzburger offenbar auch in den Speed-Disziplinen endlich das optimale Setup gefunden - der Schlüssel für seine Hochform. "Wir haben punkto Fuß-Stellung nur Nuancen verändert, aber das war entscheidend. Jetzt läuft es optimal", erklärte Rudi Huber, Rennchef von Maiers Ausrüster Atomic.

"Es waren nur Millimeter. Aber jetzt weiß ich, dass ich wieder voll zurück bin", meinte auch Maier, der sich jetzt über ein exzellentes Ski/Bindung/Schuh-Paket freut und dieses auch beim Weltcup-Finale in Lenzerheide optimal nutzen möchte. Vier Rennen vor Schluss, für Nicht-Slalom-Fahrer Maier eigentlich nur noch drei, trennen den Flachauer von Weltcup-Leader Miller plötzlich nur noch 182 Punkte.

Nicht nur ÖSV-Herren-Chef Toni Giger ("Der Hermann wird wohl keine Rolle mehr spielen") glaubt aber, dass der Titelverteidiger wohl nicht mehr in den Kampf eingreifen wird. Maier: "Drei Rennen mehr und ich würde den Weltcup noch gewinnen. Dann würde es sich noch ausgehen." Sein Nachsatz: "Vielleicht könnte man ja wie im Fußball ein paar Runden aus dem Herbst vorziehen."

Maier wll Super G-Weltcup holen
Maiers Ziel Nummer eins in Lenzerheide ist der Gewinn der Super-G-Kristallkugel, es wäre bereits seine sechste in seiner Paradedisziplin (22 Weltcup-Siege). "Die will ich mir unbedingt holen", so der 32-Jährige, der im SG-Weltcup 54 Punkte Vorsprung auf Miller hat. Über Lenzerheide weiß Maier gar nichts: "Ich habe nur gehört, dass die Strecke schwer und steil sein soll. Aber mit meinem Selbstvertrauen traue ich mir auch dort alles zu."

Die Zahl "50" hatte für Maier am Sonntag in Norwegen eine große Bedeutung - mit dem 50. Weltcup-Sieg zog er mit Alberto Tomba gleich, nur noch Ingemar Stenmark liegt vor dem Salzburger. Stenmark hat allerdings 36 Siege mehr auf dem Konto. "Wäre der Unfall nicht gewesen, wäre es interessant geworden", ist sich Maier sicher.

Der amtierende Riesentorlauf-Weltmeister trauert dieser Tatsache aber keine Sekunde nach. "Ich möchte die Zeit nach meinem Unfall nicht missen. Das war ein Prozess, durch den ich andere Seiten des Lebens kennen gelernt habe. Ich bin jetzt ein stillerer Sieger als früher."

Benjamin Raich hat sich am Speed-Wochenende in Kvitfjell mit den Rängen zwölf (Abfahrt) und vier (Super G) ausgezeichnet verkauft - der Pitztaler hatte jedoch einmal mehr Hundertstelpech. "Das verfolgt ihn jetzt schon einige Rennen", weiß auch Toni Giger. Der Rückstand auf Miller von nur 52 Punkten - vor Kvitfjell waren es 29 - gibt jedoch berechtigte Hoffnung. Giger: "Benni ist heiß, Benni ist gut drauf. Ich glaube, er wird es noch packen."

(apa/red)

7.3.2005 11:19