Mittwoch, 9. März 2005

Absagen sind dann passe: Ernst Happel-Stadion erhält ab Juli eine Rasenheizung

  • Schon im nächsten Winter können Spiele stattfinden
  • Laska: "Mitte Oktober muss das 'Ding' fertig sein"

Geht es nach Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska (S), dann gibt es in Zukunft in der Bundeshauptstadt keine Probleme mehr bei der Durchführung von Fußball-Spielen. "Das Ernst Happel-Stadion erhält nach der Konzertsaison im Juli eine Rasenheizung", kündigte die Sportstadträtin am Mittwoch gegenüber der APA an. Ursprünglich war erst für 2007 der Einbau einer Rasenheizung im größten Stadion des Landes, wo auch das Finale der EM 2008 stattfinden wird, vorgesehen gewesen.

Damit soll es schon ab dem Winter 2005/06 keine Absagen von Länderspielen (wie zuletzt Österreich gegen Kroatien), Europacup-Partien (Verschiebung von Austria gegen Athletic Bilbao) und Meisterschafts-Begegnungen (Winterkönig Rapid bestritt in diesem Jahr bisher noch kein einziges Pflichtspiel) mehr geben. Mitte Oktober - am 12. Oktober steht das WM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Nordirland auf dem Programm - soll das Projekt "Rasenheizung" im Prater abgeschlossen sein.

"Der Winter hat sich heuer erstmals seit längerer Zeit wieder dazu entschieden, tatsächlich ein Winter zu sein. Dadurch ist die Diskussion rund um eine Rasenheizung neu entflammt. Eigentlich hätten wir im Zuge des Umbaus des Happel-Stadions für die Europameisterschaft 2008 eine Generalsanierung des Spielfelds vorgenommen und dann auch eine Rasenheizung implementiert. Wir werden nun aber den Umbau auf heuer vorziehen und damit Mitte Juli beginnen", meinte Laska bei einem Gespräch im Wiener Rathaus.

Nach U2-Konzert wird Stadion zur Großbaustelle
Am 2. Juli steht der größten Sportstätte des Landes noch ein U2-Konzert als Sommer-Hit des Jahres bevor, doch dann beginnt in der Meiereistraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk eine neue Ära. Neben der bereits begonnenen Modernisierung des Presse- und VIP-Bereichs stehen in der Folge neben der Spielfeld-Erneuerung samt Rasenheizung auch eine Sitzplatz-Erweiterung (Kapazität von 51.000 Plätzen) sowie eine Verbesserung der Flutlichtanlage und weitere "Feinarbeiten" an. Vor der Implementierung der Rasenheizung wurden die Umbaukosten mit rund 18 Millionen Euro budgetiert.

"Mitte Oktober muss das 'Ding' wieder fertig sein und das ist es auch", versprach die SPÖ-Politikerin. "Ich hoffe, dass auch die beiden Wiener Großklubs dann im Winter von der Möglichkeit Gebrauch machen. Eine solche Situation mit den Absagen wie jetzt wird dann nicht mehr gegeben sein. Das ist eine positive Lösung für alle Seiten." (apa)

ÖFB-Generalsekretär Ludwig erfreut
Erfreut zeigte sich ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig: "Großartig. Wir wissen, dass die Pläne da sind. Unser Freundschaftsspiel gegen Schottland im August war ohnehin nicht für Wien vorgesehen. Auch die WM-Qualifikationspartie gegen Nordirland am 12. Oktober könnten wir an einen anderen Ort verlegen. Es trifft aber die Austria oder einen anderen Klub in der Champions League-Qualifikation, weil dann das Happel-Stadion nicht zur Verfügung steht. Ich werde jedoch bei der UEFA den Antrag stellen, dass dann auch in zwei verschiedenen Stadien gespielt werden kann."

9.3.2005 14:57