Nach Leichtathletik EM in Madrid: ÖLV-Präsident mit Entschuldigung beim Team
- Gloggnitzer: "Ich habe nur auf eine Medaille getippt"
- Drei Medaillen als erster Schritt Richtung Peking 2008
·LA-EM: Österreich im Medaillen-Regen
Mayr-Krifka gewinnt Silber, Schwarzl & Pumper Bronze
·Dritte Medaille für ÖLV bei Hallen-EM!
Pumper nach Schwarzl mit Bronze. Silber: Mayr-Krifka.
·Schwarzl mit Bronze
im Siebenkampf!
LA-EM: Mayr-Krifka holt sich
über 200 Meter "Silberne"!
·Mayr-Krifka über 200 Meter mit Silber
LA-EM: Nur 3/100 hinter Europameisterin Lalowa
·Weidlinger verpasst
Medaille nur knapp
Oberösterreicher wird über 3.000 Meter nur Vierter
Ein Mal Silber durch Karin Mayr-Krifka über 200 m sowie zwei Mal Bronze durch Siebenkämpfer Roland Schwarzl und 3.000-m-Läuferin Susanne Pumper bei den Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften in Madrid für Österreich - da ist ÖLV-Präsident Johann Gloggnitzer um eine Entschuldigung bei seinem Team nicht herumgekommen. "Ich entschuldige mich bei unseren Athleten, dass ich in der Prognose nur auf eine Medaille getippt habe, aber so irre ich mich gerne noch öfter", kam es dem Verbands-Chef leicht über die Lippen.
Gloggnitzer sprach von den "sicher erfolgreichsten 100 Minuten des ÖLV seit der Hallen-EM 2002 in Wien", als es drei Mal Silber für die Gastgeber gegeben hatte; tatsächlich lagen am Sonntag zwischen der ersten und dritten ÖLV-Medaille nur etwas mehr als eine Stunde. Der rot-weiß-rote Triplepack in der spanischen Metropole ist für Gloggnitzer ein Startschuss: "Ich denke, damit haben wir einen ersten Schritt Richtung Peking gesetzt, zu den bewährten Medaillenkandidaten sind junge Talente dazugekommen, die für 2008 gute Perspektiven haben." Bei den Freiluft-Weltmeisterschaften im August in Helsinki dürfe man sich aber "keine Wunderdinge erwarten. Aber wir sind dabei, das Niveau zu steigern."
Sportdirektor Gruber: "Madrid war ein starkes Lebenszeichen"
Zufrieden fiel auch die Bilanz von ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber aus. "Madrid 2005 war ein starkes Lebenszeichen der österreichischen Leichtathletik, ein absolutes Traumergebnis - auch wenn es wehgetan hat, dass Elmar Lichtenegger, der das Potenzial für eine weitere Medaille hatte, disqualifiziert wurde, und Günther Weidlinger am Ende nur 0,7 Sekunden auf Bronze gefehlt haben. Pumper war dagegen 2/100 vor der Vierten, und Schwarzl hatte auch nur neun Punkte Vorsprung auf Platz vier. Man sieht in solchen Momenten, wie nah Erfolg und Misserfolg beisammen liegen."
Auch er wäre vor den Titelkämpfen "mit einer Medaille froh gewesen, jetzt sind es drei. Das beweist, dass wir wieder ein starkes Team haben. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, dass wir jetzt auch bei der WM in Helsinki Medaillen erwarten, denn dort gibt es ein viel höheres Niveau als bei einer Hallen-EM. Auch wenn 2007 bei der nächsten Hallen-EM in Birmingham das halbe Team von Madrid nicht mehr dabei sein wird, mache ich mir keine großen Sorgen um die Zukunft, denn sieben junge Athleten waren heuer knapp am Limit für Madrid dran."
Gruber lobte speziell Weidlinger für seinen "Mut", und auch mit der Finalteilnahme von Martin Pröll war er neben den drei Medaillen zufrieden. "Nur die beiden Weitspringer Olivia Wöckinger und Isagani Peychär sind unter ihren Möglichkeiten geblieben, doch fehlt es beiden noch an Erfahrung", betonte Gruber, für den Schwarzl wie schon bei Olympia in Athen die große Überraschung war. "Er hat die einzigartige Fähigkeit genau dann, wenn es darauf ankommt, im Wettkampf über sich hinauszuwachsen und Bestleistungen zu erbringen", meinte der Sportdirektor zu der Galavorstellung des ÖLV-Rekordlers im Siebenkampf.
Grubers Erkenntnis und Hoffnung: "Nach zwei schwierigen Jahren mit zwei Hallen-Weltmeisterschaften, einer Freiluft-WM und den Olympischen Spielen, bei denen mit Ausnahme der Hallen-WM-Medaillen von Stephanie Graf und Karin Mayr-Krifka sowie Platz zehn von Schwarzl in Athen die Erfolge nicht so groß waren, hoffe ich, dass wir wie nach der Hallen-EM 2002 in Wien den positiven Trend ausnützen. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass - im Gegensatz zu früher - einige bis zum Schluss gekämpft haben. Für Weidlinger hat es zwar knapp nicht gereicht, doch Schwarzl und Pumper haben Bronze geholt. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft." (apa)
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