FP-Widerstand gegen Haider wächst: "Du hast Mitstreiter missbraucht und verraten"
- Gegeninitiative: 'Konzentration auf Kärnten oder abtreten'
- "Destruktiver" Mölzer sieht Strache als einzige Alternative
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In der FPÖ formiert sich nach neuesten Informationen der Widerstand gegen den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F). "Du hast bewährte Mitstreiter ebenso missbraucht und verraten wie die einfachen Mitglieder des ,Club Jörg'", heißt es in einer Initiative, die von Oberösterreich, der Heimat von FP-Chefin Ursula Haubner, ausgehen soll.
Aufgefordert wird Haider darin, sich auf seine Rolle in Kärnten zu konzentrieren oder überhaupt abzutreten. Der freiheitliche EU-Mandatar Andreas Mölzer sieht indes in der "Presse" Wiens Landeschef Heinz-Christian Strache als einzig mögliche Alternative zur derzeitigen Parteispitze.
Mölzer, durch Haubner vom Parteiausschluss bedroht, erwartet sich wahrscheinlich schon vom kommenden Parteitag im April eine Richtungsentscheidung bei den Freiheitlichen. Haider sei seit 20 Jahren die entscheidende Persönlichkeit in der Partei: "Irgendwann wird diese Dominanz auch enden", glaubt der frühere Parteiideloge.
Mölzer sieht sich nicht als "Destruktiver"
Im "Standard" schießt Mölzer nochmals kräftig gegen die derzeitige Parteispitze: "Ich halte den Weg der Spaltung, der die freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft womöglich auf Dauer beschädigt, für einen Jammer." Dass er selbst vom freiheitlichen Führungspersonal zu den "Destruktiven" gezählt werde, kann der EU-Abgeordnete nicht verstehen: "Ich sehe die so genannten konstruktiven Kräfte eher destruktiv. Die, die daran schuld sind, dass die Partei bei fünf Prozent in den Umfragen gelandet ist, können nicht sagen, dass sie konstruktiv sind."
Auch von anderer Seite droht dem Kärntner Landeshauptmann und seinen Freunden derweil Ungemach. Laut "Standard" ist in Oberösterreich eine Initiative ehemaliger Haider-Fans entstanden, die sich nun enttäuscht vom Kärntner Landeshauptmann abwendet. In einem Brief wird dem Altparteichef u. a. vorgeworfen, die FPÖ gegen den Willen der meisten Funktionäre in die Koalition mit der ÖVP geführt zu haben und dann auch noch den Bruch dieser Koalition verursacht zu haben.
Interne Gegeninitiative aus Oberösterreich
"Anstatt die Partei durch die Turbulenzen zu steuern, die du verursacht hast, hast du dich wiederholt von der Führungsverantwortung gedrückt und die Gesinnungsgemeinschaft mit deinem ,bin wieder da, bin schon wieder weg' der Lächerlichkeit preisgegeben", erregen sich diese Freiheitlichen. Haider verhalte sich "unwürdig". Der Brief soll Haider noch vor dem Parteitag "mit einer langen Liste von Unterschriften" übergeben werden. Unterstützt wird die Initiative vor allem in Oberösterreich, sie soll aber auch "die Unterstützung aus Wien" besitzen.
Für die SPÖ gibt dieser Dauerstreit Anlass, sich auf mögliche Neuwahlen vorzubereiten. Laut Berichten von "Krone" und "Kurier" trifft sich der Parlamentsklub Montag und Dienstag zu einer Sonder-Klausur in Pamhagen (Burgenland), um entsprechende Konzepte zu entwickeln. Medien bleiben bei der Veranstaltung ausgeschlossen, heißt es aus der SPÖ. (apa/red)
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