Mittwoch, 9. März 2005

Krise in der FP: Stadler fällt es schwer Ernst zu wahren - "Situation todernst"

  • "Freue mich über Vorverlegung des Parteitags"

"Es fällt mir schwer, den Ernst zu wahren. Aber die Situation ist todernst für die FPÖ", erklärte der beim Parteivorstand entmachtete Volksanwalt Ewald Stadler auf Anfrage der APA zur jüngsten Entwicklung, wonach es vorerst keine Neugründung der Partei geben werde. "Ich habe nur gehört, es gibt jetzt eine Kukident-Strategie", erinnerte der Volksanwalt an die Zwei-Phasen-Werbung der Zahnpasta-Firma.

Er fühle sich in seiner Haltung bestätigt, dass "wir jetzt die 101. Neugründungsdebatte haben, in einigen Wochen wahrscheinlich die 102." Dies sei ein "Theater". Auf die "Vollmacht für eine personelle und organisatorische Plattform" angesprochen, die für die Wahl 2006 zu gründen sein wird, zeigte sich Stadler skeptisch: "Ich weiß nicht, was das sein soll. Solche Formulierungen tragen mehr zur Unklarheit als zur Klarheit bei."

Dass laut FP-Spitze beim vorzogenen Parteitag alle konstruktiven Kräfte der Bewegung eingeladen werden, freut Stadler. "Ich möchte schon die ganze Zeit eine inhaltliche Debatte führen. Die ganze Diskussion über Befindlichkeiten, Eitelkeiten ist mir schon so zuwider. Ich freue mich über eine Einladung zu einer inhaltlichen Debatte."

Stadler bekräftigte, dass er bei einer Neuwahl der Parteispitze beim Parteitag für keine Funktion kandidieren werde. "Ich freue mich über die Vorverlegung. Damit hat endlich die Parteibasis die Gelegenheit, sich jenen stellen, die offenbar an einer gewissen Realitätsverweigerung leiden." (apa)

9.3.2005 14:41