Montag, 7. März 2005

Harte interne Kritik in der SPÖ: Schlögl äußert sich kritisch über Bundespartei

  • "Nicht immer in totaler Opposition zur Regierung stehen"
  • Ex-Innenminister kann sich Comeback vorstellen

Nicht nur die Verlierer, auch die Sieger der niederösterreichischen Gemeinderatswahlen kritisieren ihre Bundespartei. So der frühere SPÖ-Innenminister und jetzige Bürgermeister in Purkersdorf, Karl Schlögl. "Die SPÖ sollte nicht immer in totaler Opposition zur Regierung stehen", so Schlögl. Dem SPÖ-Bundesparteichef Alfred Gusenbauer schlägt er vor, mehr mitzugestalten und stärker mit der ÖVP zu kooperieren.

Dafür gebe es auch Vorbilder, z.B. den Wiener Bürgermeister Michael Häupl, meinte Schlögl gegenüber dem "Kurier" (Dienstag-Ausgabe). Sehr kritisch äußert er sich auch über die frühere Ausgrenzungspolitik der SPÖ gegenüber der FPÖ: "Schüssel hat der SPÖ gezeigt, wie man es macht. Er hat die FPÖ ins Boot geholt und trotzdem Wahlen gewonnen. Das war auch meine Idee. Dafür hat man mich auf Bundesebene kalt gestellt", beklagt der im Februar 2000 zurückgetretene Ex-Innenminister. Ein Comeback im Bund kann er sich trotzdem vorstellen, "wenn das Angebot passt".

Die Purkersdorfer SPÖ unter Schlögl hat gestern bei der Gemeinderatswahl mit plus 21,39 Prozentpunkten bzw. zehn Mandaten auf 62,64 Prozent bzw. 22 Mandaten den höchsten am Sonntag verzeichneten Gewinn geschafft.

(apa/red)

7.3.2005 20:52