Sonntag, 13. März 2005

"Bürgerpartei" verliert absolute Mehrheit: Überraschende Wahlen in Liechtenstein

  • Grün-nahe Freie Liste konnte deutlich zulegen
  • Liechtenstein steht nach Wahl vor großer Koalition

Nach den Landtagswahlen steht Liechtenstein offenbar vor einer großen Koalition. Man liege "programmatisch nicht allzu weit auseinander", sagte Regierungschef Hasler von der "Fortschrittlichen Bürgerpartei". Die beiden großen bürgerlichen Parteien hatten bei der Wahl Stimmen und Mandate verloren. Einziger Wahlgewinner ist die grün-nahe "Freie Liste".

Bei den Wahlen hat die "Fortschrittliche Bürgerpartei" (FBP) 48,7 Prozent und zwölf Mandate erreicht (2001: 49,9 Prozent, 13 Mandate). Sie verlor damit die absolute Mehrheit im 25-sitzigen Landtag des Fürstentums. Die Vaterländische Union rutsche auf 38,2 Prozent und 10 Mandate ab (41,3 %/10). Die Freie Liste legte auf 13,0 Prozent und drei Mandate (8,8 %/1) zu.

Hasler kündigte am Abend an, er wolle "zügig" wieder zu einer funktionsfähigen Regierung kommen. Ob das bereits bis zur ersten Landtagssitzung am 12. April möglich sei, sei offen, so Hasler. Große inhaltliche Differenzen zwischen den beiden bürgerlichen Parteien gebe es aber nicht.

Auch der Spitzenkandidat der Vaterländischen Union, Bernd Hammermann, sprach sich unmissverständlich für Verhandlungen mit der FBP aus: "Die beiden Großparteien sind jetzt gefordert". Die Koalitionsverhandlungen würden aber "ein hartes Stück Arbeit", so Hammermann. Trotz der deutlichen Stimmenverluste konnte der VU- Politiker den Wahlen auch positive Seiten abgewinnen: "Dass wir die absolute Mehrheit gebrochen haben, tut dem Land sicher gut". (apa)

13.3.2005 21:19