Samstag, 12. März 2005

Schüsse ohne Vorwarnung: US-Soldaten am Tod eines bulgarischen Kollegen Schuld

  • Langsam fahrendes Auto geriet unter US-Beschuss
  • Schrecklicher Irrtum im Irak: Parallelen zum Fall Sgrena!

Die USA haben bulgarischen Regierungsangaben zufolge eine Schuld am Tod eines bulgarischen Soldaten im Irak eingeräumt. Der Soldat war am selben Abend unter US-Beschuss geraten wie die befreite italienische Geisel Giuliana Sgrena. Wie Italien hatte auch Bulgarien eine Untersuchung des Vorfalls gefordert.

"Die US-Seite hat festgestellt, dass US-Truppen ... sich nicht ausreichend um eine Identifizierung der Objekte bemüht haben, die sich auf der Straße bewegt haben", teilte das bulgarische Verteidigungsministerium am Samstag in einer Erklärung mit. Zudem hätten die US-Soldaten das Feuer ohne Vorwarnung und damit vorschriftswidrig eröffnet.

Die Journalistin Sgrena hatte den US-Truppen ihrerseits vorgeworfen, die Schüsse auf ihr langsam fahrendes Auto ohne Vorwarnung abgegeben zu haben. Dagegen erklärte die US-Armee, Sgrenas Fahrzeug sei mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen und habe auf Warnschüsse nicht reagiert.

Die Vorfälle lösten in beiden Ländern scharfe Kritik an der Irak-Politik der jeweiligen Regierungen aus. Italien und Bulgarien gehören zu den engsten Verbündeten der US-Regierung in dem Golfstaat. Der Soldat Gurdi Gurdew war der achte Bulgare, der im Irak ums Leben gekommen ist. Während Sgrena den Vorfall am 4. März verletzt überlebte, wurde durch die US-Schüsse ein Geheimdienstmitarbeiter getötet, der sie begleitete. US-Präsident George W. Bush hat Italien inzwischen eine schnelle und gründliche Untersuchung zugesagt. (apa/red)

12.3.2005 22:55