Die Spaltung geht weiter: Iran beschließt Wiederaufnahme seines Atomprogramms
- Jetzt droht Abbruch der Verhandlungen mit Europa
- "Wichtige Mitteilung" an IAEO - Bestätigung in Kürze
Der Iran hat eine Wiederaufnahme eines Teils der nach einer Vereinbarung mit der Europäischen Union ausgesetzten Urananreicherung beschlossen. Ein "bedeutender Teil" der Konversion von Uran werde bald wieder aufgenommen, bestätigte ein ranghoher Beamter in Teheran. Das Datum für den Start werde in Kürze bekannt gegeben.
Bei der Konversion, einem Teilschritt der Anreicherung, wird Uran in die leicht flüchtige Verbindung Uranhexafluorid überführt. Das Abkommen mit der Europäischen Union vom November sah vor, sämtliche Verfahren zur Urananreicherung zu stoppen.
Der Iran hatte schon in den vergangenen Tagen den erneuten Start der Anreicherung in einer Anlage angekündigt. Die EU warnte, dies würde sie als Bruch der im vergangenen November geschlossenen Vereinbarung werten. Damals hatte sich der Iran bereit erklärt, für die Dauer der Verhandlungen mit der EU-Troika über einen endgültigen Ausstieg seine Aktivitäten zur Urananreicherung auszusetzen. Die Verhandlungen waren bisher erfolglos.
In den letzten Tagen hatten sich die Hinweise auf eine Wiederaufnahme der entsprechenden Arbeiten gehäuft. Es hängt nur vom Grad der Urananreicherung ab, ob das spaltbare Material lediglich für die Stromerzeugung oder auch zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden kann. Teheran hat stets versichert, sein Atomprogramm diene ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken.
Falls die Verhandlungen der Europäer mit dem Iran scheitern, wollen die USA den UN-Sicherheitsrat mit dem iranischen Atomprogramm befassen. Dieser könnte Sanktionen gegen Teheran verhängen. Die USA werfen dem Iran vor, nach dem Besitz von Atomwaffen zu streben.
EU will Iran von seinen Plänen abbringen
Die Europäische Union will den Iran nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) durch Verhandlungen in letzter Minute von der angekündigten Wiederaufnahme von Teilen seines Atomprogramms abbringen. Seit Mittwoch liefen "intensive Verhandlungen" zwischen der EU-Troika aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien und dem Iran, verlautete es aus diplomatischen Kreisen. Die Verhandlungen könnten den Iran noch von einer offiziellen Ankündigung der Wiederaufnahme bei der IAEA abhalten, hieß es.
(apa/red)
