Mord am Geheimdienstbeamten Calipari: Rumsfeld sichert eine rasche Klärung zu
- Retter der Journalistin Sgrena von Soldaten erschossen
- US-Minister: "Verantwortliche müssen bestraft werden"
US-Verteidigungsminister Rumsfeld hat Italien eine gründliche und rasche Ermittlung zur Aufklärung der Umstände, die zum Beschuss des Autos der in Bagdad freigelassenen Journalistin Giuliana Sgrena führten, versprochen. Dabei war am vergangenen Freitag der italienische Geheimdienstbeamte Nicola Calipari getötet worden, der sich schützend über Sgrena geworfen hatte.
Rumsfeld versicherte, dass er sich persönlich einsetzen werde, damit die Verantwortlichen bestraft werden. "Die Beziehungen zwischen Italien und den USA werden durch die Zusammenarbeit zur Aufklärung des Vorfalls gestärkt hervortreten", meinte der US- Verteidigungsminister. Er sprach der Familie Caliparis sein Beileid aus.
Der italienische Staatschef Ciampi lobte die Zusage der USA zu "einer gründlichen gemeinsamen Untersuchung unserer beider Länder", die zur eingehenden Klärung aller Tatsachen der Tragödie führen solle. Er dankte US-Präsident Bush für seine Worte "der Aufrichtigkeit und Solidarität".
Widersprüchliche Angaben
Amerikanische und italienische Angaben zu dem tödlichen Zwischenfall sind in mehreren Punkten widersprüchlich. Der Vorfall hat zu einer Belastung des Verhältnisses zwischen Rom und Washington geführt. Der italienische Ministerpräsident Berlusconi verlangt von den USA eine Aufklärung.
Nach US-Angaben handelte es sich bei den Schüssen um einen tragischen Unfall. Es hieß, Sgrenas Fahrzeug sei mit hohem Tempo auf den Kontrollposten zugefahren und habe Stoppsignale nicht beachtet. Sgrena wies diese Darstellung zurück. "Es gab kein Stoppsignal, niemand hat zur Warnung in die Luft geschossen. Nicht der Motor des Autos, sondern die Scheiben des Fahrzeuges wurden angeschossen", sagte Sgrena im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".
(apa/red)
