Mittwoch, 9. März 2005

Anschlag auf Regierungsmitglied im Irak: Planungsminister überlebt das Attentat

  • Vier Tote bei weiterem Selbstmordanschlag in Bagdad

Der Planungsminister der irakischen Übergangsregierung, Mahdi al-Hafidh, ist am Mittwoch in Bagdad knapp einem Anschlag auf sein Leben entkommen. Wie das irakische Fernsehen berichtete, wurden bei dem Attentat im Villenvorort Mansur zwei seiner Leibwächter getötet. Ein dritter schwebte am Abend noch in Lebensgefahr.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten aus einem vorbeifahrenden Taxi das Feuer auf den Konvoi des Ministers eröffnet. Wie es weiter hieß, folgte ein Schusswechsel, in den auch Wachleute der saudiarabischen Botschaft, die in der Nähe des Tatorts liegt, verwickelt gewesen seien.

Der Minister, der nicht getroffen wurde, sagte dem Sender Al-Irakiya anschließend: "Es geht mir gut". Der Feuerüberfall sei gut vorbereitet gewesen. Auch sein Auto, das von drei Fahrzeugen mit Wachleuten begleitet worden sei, sei von Schüssen getroffen worden.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag im Zentrum von Bagdad sind am Mittwoch mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter brachte am Morgen einen mit Sprengstoff beladenen Müllwagen auf einem Parkplatz zur Explosion, der an das Landwirtschaftsministerium und ein Hotel angrenzt.

Nach Angaben von Augenzeugen und der Polizei wurde das Gebäude im Osten der irakischen Hauptstadt am Morgen von mehreren Seiten angegriffen. Mehrere Bewaffnete, von denen einige als Polizisten verkleidet waren, töteten zunächst zwei Wachmänner. Anschließend steuerten die Attentäter einen Müllwagen auf das Ministerium zu und brachten diesen auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude zur Explosion.

Mindestens 35 Menschen seien verletzt worden, teilten Mitarbeiter von zwei Krankenhäusern mit. Die Detonation hinterließ einen zwei Meter tiefen Krater mit einem Durchmesser von zehn Metern. Mehrere Autos auf dem Parkplatz gerieten in Brand. Die Druckwelle ließ Fensterscheiben am benachbarten Sadir-Hotel bersten, in dem häufig westliche Geschäftsleute wohnen.

Bei einem weiteren Anschlag in Bagdad wurden Mittwoch Früh ein Iraker getötet und drei weitere verletzt. Bei den vier Opfern handelte es sich um Angestellte einer kuwaitischen Firma, die in Abu Ghraib tätig ist, wie die Polizei mitteilte. Unbekannte hätten im Süden von Bagdad das Feuer auf den Minibus der vier Iraker eröffnet und anschließend die Flucht ergriffen.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Mittwoch nach Angaben von Augenzeugen mit einem Sprengstoff-Auto vor einem US-Militärstützpunkt im westirakischen Habbaniya in die Luft. Die Autobombe sei vor einem Eingangstor explodiert, hieß es. Die US-Armee bestätigte den Anschlag zunächst nicht. (apa/red)

9.3.2005 19:36