Dienstag, 8. März 2005

Russische Armee: Tschetschenen-Führer Maschadow bei Militäroperation getötet

  • Leiche in Bunker in Nordtschetschenien gefunden

Der tschetschenische Rebellenführer Aslan Maschadow ist am Dienstag bei einer russischen Militäraktion getötet worden. Seine Leiche wurde in einem Bunker des nordtschetschenischen Dorfes Tolstoi-Jurt gefunden, meldeten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den russischen Oberst Ilija Schabalkin. Der Sender NTV zeigte Aufnahmen eines bärtigen Toten, der Maschadow ähnlich sah.

Maschadow hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Verhandlungen mit Moskau gefordert. Der Kreml lehnte dies ab und beschuldigte den Rebellenführer, in zahlreiche Terroranschläge verwickelt zu sein.

Nach Angaben des stellvertretenden tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrow wollten die Soldaten Maschadow festnehmen. Er sei wegen des leichtsinnigen Waffengebrauchs seiner Leibwächter ums Leben gekommen, wurde Kadyrow von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Drei seiner Mitarbeiter seien aufgegriffen worden. Der Gesandte des Rebellenführers in London, Achmed Sakajew, sagte dem Radiosender Echo Moskau, Maschadow sei offenbar tot, er habe aber noch keine persönliche Bestätigung.

NTV zeigte, wie Geheimdienstchef Nikolai Patruschew Präsident Wladimir Putin über den Tod Maschadows informierte. Putin lobte den Erfolg und fügte hinzu: "Wir müssen unsere Anstrengungen zum Schutz der Republik verstärken." Erst am Morgen hatten russische Beamte mitgeteilt, drei Untergrundkämpfer seien festgenommen worden. Sie hätten einen großen Anschlag auf ein Regierungsgebäude in Tolstoi-Jurt vorbereitet.

Maschadow führte die tschetschenischen Separatisten während des Krieges von 1994 bis 1996. Ein Jahr später wurde er zum Präsidenten der damals fast völlig unabhängigen Kaukasusrepublik gewählt. Allerdings verlor er an Einfluss gegenüber dem Rebellenführer Schamil Bassajew und kontrollierte zur Zeit des Wiedereinmarsches der russischen Truppen 1999 nach Moskauer Darstellung nur noch wenige Kämpfer.

Der Kreml beschuldigte Maschadow der Verwicklung in zahlreiche Terroranschläge außerhalb Tschetscheniens. Auch mit dem Geiseldrama von Beslan wurde er in Verbindung gebracht, was der Ex-Präsident strikt zurückwies. (apa/red)

8.3.2005 19:34