"Ein kompromissloser Diplomat": Bush will Bolton als neuen US-Botschafter bei UNO
- Cheney-Zögling gilt als Kritiker der Vereinten Nationen
US-Präsident Bush will den als langjährigen Kritiker der Vereinten Nationen geltenden Politiker John Bolton zum neuen UNO-Botschafter der USA ernennen. "Der Präsident und Außenministerin Rice haben Herrn Bolton ausgewählt, weil er weiß, wie man die Dinge anpackt. Er ist ein kompromissloser Diplomat", so ein Vertreter des Außenministeriums am Montag. UNO-Generalsekretär Annan sei informiert worden.
Der "Falke" Bolton, der als politischer Zögling von Vizepräsident Dick Cheney gilt, war bisher im Außenministerium für die Rüstungskontrolle verantwortlich. Ihm wird nachgesagt, die Dinge offen anzusprechen. Der 56 Jahre alte frühere Vize-Justizminister ist wegen seiner teils undiplomatischen Vorgehensweise nicht unumstritten.
In der Frage der Atomprogramme Nordkoreas und des Iran vertritt der Jurist aus Baltimore (Maryland) einen unnachgiebigen Standpunkt. Er verärgerte Nordkorea, weil er dessen Atomwaffenprogramm scharf verurteilte. Pjöngjang weigerte sich daraufhin, weiter mit ihm zu verhandeln, so dass er aus der US-Delegation in den Mehrparteien- Gesprächen abberufen werden musste. In einer Erklärung Nordkoreas wurde er nach heftiger Kritik an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Land als "menschlicher Abschaum" beschimpft.
Neben seiner energischen Ablehnung autokratischer Regierungen wie der von Nordkorea fiel Bolton auch durch seinen Widerstand gegen zahlreiche geplante internationale Abkommen auf.
Boltons Nominierung muss vom Senat gebilligt werden. Der Posten des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen ist seit Dezember vakant, als Amtsinhaber John Danforth seinen Rücktritt einreichte.
