Montag, 7. März 2005

Neue Unruhen im Irak: Rebellen töten bei Anschlägen mindestens 25 Menschen

  • Wieder "Friendly fire" der US-Armee - Bulgare getötet
  • Bereits 8. Todesopfer des bulgarischen Irak-Kontingents

Aufständische im Irak haben am Montag bei mehreren Anschlägen mindestens 25 Menschen getötet. Der irakische Zweig der Extremistenorganisation Al-Kaida bekannte sich zu zwei Angriffen. Bei einem Autobombenanschlag in der Stadt Balad starben nach Polizeiangaben 15 Menschen, nachdem ein Selbstmordattentäter nahe einer irakischen Militärpatrouille eine Bombe gezündet hatte. Die meisten Opfer seien Zivilisten gewesen, teilte die Polizei mit. Zudem seien mehrere Häuser am Anschlagsort bei der Explosion schwer beschädigt worden.

Nahe der nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba töteten Rebellen der Polizei zufolge fünf Soldaten in einem Hinterhalt. Ein Selbstmordattentäter habe später eine Autobombe neben einem Konvoi von Polizisten gezündet, die den Soldaten zur Hilfe eilen wollten. Dabei seien zwei Polizisten ums Leben gekommen. Acht Polizisten und vier Zivilisten seien verletzt worden. Der irakische Flügel der Extremisten-Organisation Al-Kaida bekannten sich auf einer Internetseite zu diesen Anschlägen. Drei weitere Soldaten starben zudem bei der Explosion einer am Straßenrand deponierten Bombe.

Aufständische verüben fast täglich Anschläge im Irak. Immer wieder werden vor allem amerikanische Soldaten und irakische Sicherheitskräfte sowie Mitglieder der Regierung angegriffen. Die von dem jordanischen Extremisten Abu Mussab al-Zarqawi angeführte irakische Al-Kaida-Gruppe hat sich zu zahlreichen Anschlägen und Selbstmordattentaten bekannt. Die USA haben ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf Zarqawi ausgesetzt.

Amerikaner töten Bulgaren
Wie am Montag bekannt wurde, töteten US-Soldaten offenbar versehentlich einen bulgarischen Soldaten. Der bereits am Freitag getötete Soldat sei Opfer amerikanischer Schüsse geworden, sagte der bulgarische Verteidigungsminister Nikolai Swiranow am Montag in Sofia. Der Minister bestätigte damit anonyme Informationen, die am Morgen auf einer Website der bulgarischen Armee erschien.

Der Soldat ist bereits der achte getötete Angehörige des 450 Mann umfassenden bulgarischen Kontingents im Irak. Am vergangenen Freitag hatten US-Soldaten nach der Befreiung der entführten italienischen Journalistin Giuliana Sgrena unter ungeklärten Umständen den italienischen Geheimdienstchef im Irak, Nicola Calipari, erschossen.

(apa)

7.3.2005 14:56