Franz und Narrn treten zur Wahl an: Rund 110 Namenslisten wollen in Gemeinderäte
- Letzter LiF-Vertreterin tritt diesmal für die Grünen an
·Haider unterstützt steirische Freunde
Auftritt bei Fürstenfelder Gemeinderat Harald Fischl
·Mehr Frauenpower in der Steiermark
Bei SPÖ und ÖVP 24 bzw. 20 Prozent Kandidatinnen
·Alle Infos zur Wahl in der Steiermark
KLICKEN: Was man zum Urnengang wissen muss
Zusätzlich zu den etablierten Parteien bewerben sich bei den steirischen Gemeinderatswahlen etwa 110 Namenslisten (2000: 150) um Mandate. Das Spektrum reicht von der aus FPÖ-Mandataren und einem Ex-Grünen-Vizbürgermeister zusammengewürfelten Liste "Narrn" in Bad Aussee bis zur Liste "Franz" ("Für Recht auf nationale Zukunft") in Fürstenfeld, hinter der das frühere Mitglied der rechtsextremen "Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition" (VAPO), Franz Radl, steht.
Das Bündnis "Narrn" sei eine "reine Zweckehe", so Listenführer Gottfried Hochstetter, das Ziel ist ein Brechen der absoluten SPÖ-Mehrheit im Gemeinderat und der Einzug in die Fachausschüsse, für mehr Kontrolle. Hochstetter hat auf Aufforderung der steirischen Landesgrünen bereits seine Parteifunktionen - und mitgliedschaft zurückgelegt.
Der "Narren und Visionäre"-Listenführer Hochstetter - der Listename ist dem Titel der heurigen steirischen Landesausstellung im Ausseerland entlehnt - meinte, die Aufregung täte ihm leid. Es handle sich bei NARRN jedoch nur um eine Zweckgemeinschaft kleiner Gruppierungen, um die Kräfte nicht zu verzetteln.
An zweiter Stelle der Liste steht ein früherer Mandatar der Freiheitlichen, Hannes Wasner. Auf den restlichen zwölf Plätzen finde sich laut Hochstetter ein bunte Mischung aus Unabhängigen, Freiheitlichen und Grünen. Das Programm lasse sich im Titel der Liste festmachen: Mit "Wir Narren haben eine Vision - Marl braucht Kontrolle", wird auf den Bad Ausseer SPÖ-Bürgermeister Otto Marl angespielt, dessen Partei 14 der 25 Mandate hält. Die VP verfügt über neun, die Grüne Liste Ali Bada und die FPÖ bisher über einen Sitz in der Gemeindestube.
"Wir haben ganz locker überlegt, was wir machen können, um mehr Kontrolle in der Kommune ausüben zu können", erklärte Hochstetter das gemeinsame Antreten: "Im Herzen bleibe ich ein Grüner". Man werde die Wähler auch zum Streichen auffordern, falls jemand einer der Kandidaten nicht gefalle. Einen Wiedereintritt bei den Grünen wollte Hochstetter nicht ausschließen.
LiF-Madatarin zu den Grünen "übergelaufen"
Nicht mehr am Start ist das Liberale Forum, das 2000 noch vier Mandate gemacht hatte. Die letzte noch verbliebene Mandatarin in Weißkirchen bei Judenburg, Melitta Kräftner, tritt am 13. März für die Grünen an. Mit neuer Energie durch die Erfolge in Graz (2003: 21 Prozent) gehen die Kommunisten in den obersteirischen Industriestädten und in Grazer Umgebungsgemeinden an den Start. Einen Sonderfall bildet dabei Gußwerk bei Mariazell (Bezirk Bruck): Der einzige Gemeinderatssitz konnte nach einem Todesfall nicht nachbesetzt werden, weil sonst niemand auf der Liste war - jetzt will die Tochter des verstorbenen Funktionärs in die Fußstapfen des Vaters treten und kandidiert.
Geistlicher wirbt für ÖVP
Insgesamt ist der Wahlkampf im Lande bisher eher ruhig und unspektakulär vonstatten gegangen: Für kleinere Aufregung sorgte die Wahlempfehlung des Leibnitzer Dechanten für die ÖVP, der sich - ohne sein Einverständnis, wie er beteuerte - in einer Wahlbroschüre wiederfand und die Absprache unter den Parteisekretariaten im Bezirk Hartberg, entgegen der neuen Wahlordnung Unterschriften zu sammeln und Unterzeichnern den Gang aufs Gemeindeamt zu ersparen. Vorläufig hatte diese Eigenmächtigkeit keine Konsequenzen, doch könnte es aus diesem Titel noch zu Anfechtungen kommen.
Weniger im Rampenlicht stehen die Wahlen zu den Migrantenbeiräten, die in Leoben und Kapfenberg anstehen. Die Frist für die Kandidaturen enden erst am kommenden Sonntag (20.2.), angekündigt sind Listen in beiden Städten.
(apa)
Syrien13:12
UNO-Rüge nach MassakerSicherheitsrat richtet nach Massaker in Houla deutliche Worte an Regierung
Suu Kyi11:03
Erste AuslandsreiseNach 24 Jahren zum ersten Mal wieder ins Ausland: Suu Kyi reist nach Bangkok
Dalai Lama in Österreich14:12
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
