Unterschiedliche Partei-Werbelinien: ÖVP mit LH-Bonus, SPÖ setzt auf Sündenregister
- Klasnic lässt sich mit Gemeindevertretern ablichten
Die Steiermark im Wahlkampf: Die Werbefachleute haben ihre Kampagnen in Stellung gebracht, zunächst für die Gemeinderatswahlen am 13. März, wenn überall, außer in Graz, gewählt wird, aber durchaus jetzt schon mit Blickrichtung Herbst, wenn es um die Wahl zum Landesparlament geht. Die eingeschlagenen Strategien sind unterschiedlich: Während die ÖVP voll auf den Landeshauptfrau-Bonus setzt und die Werbung für beide Wahlgänge verzahnt, stehen bei der SPÖ - vorerst - regionale Plakate und überregional kritische Inserate im Vordergrund.
Rund 700 Mal blickt Waltraud Klasnic derzeit von den Plakaten, zum Teil gemeinsam mit den Bürgermeistern und Spitzenkandidaten, in Kaffeehausatmosphäre oder mit Blasmusikumrahmung. Das aktuelle, von Young & Rubicam gestaltete Sujet "Starke Gemeinen. Starkes Land. Sichere Heimat" greift emotionale Themen konventionell auf und weist über die Kommunalwahlen hinaus. "Die einen begleiten die anderen", fasst VP-Landesgeschäftsführer Andreas Schnider die Idee der Verzahnung von Gemeinde- und Landesebene zusammen. Wichtig war es Schnider, dass die Personen "auf gleicher Höhe" abgebildet werden. Ein durchgängiges Corporate Design, heruntergebrochen auf die Gemeinden, sei das Ziel.
Die Ergebnisse von sieben Fotosessions der Gemeindespitzen mit Klasnic wurden - neben einer großen Palette an Giveaways vom Taschenfeitel bis zum Blumensamen - in einem Handbuch für Gemeinden angeboten. Bis auf die Kleinplakate und die Kugelschreiber müssen die Ortsorganisationen aber selbst in die Tasche greifen. Die Landespartei selbst steuert für den Kommunalwahlkampf 650.000 Euro bei.
Ohne den Landeschef Franz Voves kommt die SP-Werbelinie aus. Das aktuelle Plakat "Der Mensch. Das Land. Die Kraft" zeigt fröhliche Menschen verschiedener Generationen. "Wir verfolgen eine andere Philosophie. Es wird ja nicht der Parteivorsitzende gewählt", grenzt SP-Geschäftsführer Hans Marcher die vom Grazer Gerwolf Wicher entwickelte Kampagne von jener der ÖVP ab. Mit 700.000 Euro hat man u.a. 150 Plakate geklebt und stellt den Werbern vor Ort klassische Werbemittel wie Kugelschreiber und Feuerzeuge, aber auch regionale Spezialitäten wie Honig und Kernöl zur Verfügung. Stärker hat die SPÖ bisher zu Insertionen gegriffen, in denen vor allem das "Sündenregister" der ÖVP dargestellt wurde.
Haslinger & Keck gestalteten die Werbelinie der Grünen, die von einem modifizierten grünen Herz bestimmt wird. Mit verschiedenen Slogans und dem Zusatz "...liegt uns am Herzen" wird positiv und personalisiert geworben, allerdings mit den jeweiligen lokalen Spitzen. "Bestimmte Elemente werden uns bis zur Landtagswahl begleiten", räumt Geschäftsführer Martin Hochegger ein, der für die Gemeinderatswahl 150.000 Euro an Werbebudget zur Verfügung hat.
Die Freiheitlichen werben mit "Blau sticht", gefolgt von einem symbolträchtigen Kaktus (Agentur: Cloos) - ohne Konterfei von Landeschef Leopold Schöggl. Locker gemacht hat man 250.000 Euro. Mit einem Zehntel begnügt sich die KPÖ: Man werde auf persönliche Kontakte und Ortszeitungen setzen, lautet hier die Losung.
(apa)
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