Sonntag, 13. März 2005

Nächste Schlappe für die FPÖ erwartet: Steirer wählen heute ihre Gemeinderäte

  • Wahlschluss um 15h: 1. Trends aktuell auf networld.at!
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In 541 steirischen Gemeinden - allen, ausgenommen Graz - werden heute die Kommunalparlamente gewählt. Wahlberechtigt sind 779.885 Personen, die an insgesamt rund 1.585 Listen 7.507 Mandate vergeben können. Auch wenn in erster Linie die Gemeindeoberhäupter auf dem Prüfstand stehen: Dem Wahlgang kommt auch ein gewisser Testcharakter für die Landtagswahl im Herbst zu, bei der die ÖVP unter Waltraud Klasnic - Umfragen zur Folge - um das Halten ihrer Vormachtstellung ringen wird müssen. Interessant ist weiters, welche Auswirkungen der Urnengang auf die FPÖ haben wird, der erneut Verluste vorausgesagt werden. Das erste Wahllokal hat um 5.00 Uhr in Sinabelkirchen (Bezirk Weiz) geöffnet, Wahlschluss ist um 15.00 Uhr. Auf networld.at finden Sie dann topaktuell die ersten Trends und Ergebnisse.

Die ÖVP wird in nur zwei Gemeinden nicht antreten, in 539 (2000: 538 von 542) stellt sie Kandidaten, die SPÖ in 513 (515), die FPÖ in 319 (455), die Grünen in 83 (87) und die Kommunisten in 15 (15) Gemeinden antreten. Dazu kommen 116 Namenslisten (150). Vor fünf Jahren kam die Volkspartei aufsummiert auf 43 Prozent, die SPÖ auf 38,8, die Freiheitlichen auf 11,3, die Grünen auf 2,1 und sonstige und Namenslisten auf 4,7 Prozent der Stimmen. Traditionell dominiert die Volkspartei in der Ost- und Südsteiermark sowie der westlichen Obersteiermark, die SPÖ hat ihre Hochburgen in den Industrieregionen der Mur- Mürzfurche und der Weststeiermark bzw. in den größeren Städten.

Kommunisten treten in 15 Gemeinden an
Die ÖVP reklamiert für sich, die "Bürgermeister-Partei" zu sein: In 394 Gemeinden regiert ein Gemeindeoberhaupt der Volkspartei oder einer ihr nahe stehende Bürgerliste. In 141 Kommunen stellt die SPÖ die Frau oder den Mann an der Spitze, die FPÖ hatte 2000 sechseinhalb Bürgermeistersessel (darunter eine Teilzeitlösung, Anm.) für sich erobert. Die Bürgermeister werden in der Steiermark nicht direkt gewählt, sondern von den Gemeinderäten.

Wahlberechtigt sind beim Wahlgang 402.545 Frauen und 377.340 Männer, insgesamt rund 41.400 mehr als vor fünf Jahren. Das Plus gegenüber dem letzten Wahlgang ist in erster Linie auf die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre zurückzuführen. Dazu kommen doppelt so viele wahlberechtigte EU-Bürgerinnen und -Bürger (9.241).

Vorgezogener Wahltag
Neu ist ein vorgezogener Wahltag, der am 4. März über die Bühne ging. Dieser gab jenen, die am 13. März verhindert sind, die Möglichkeit, an dem Alternativtermin in einem Wahllokal - jede Gemeinde musste wenigstens eines anbieten - von zumindest 18.00 bis 19.00 Uhr die Stimme per Wahlkarte abzugeben. Generell auf Kritik stieß die Neuerung in der Gemeindewahlordnung, dass die Unterstützungserklärungen (fünf in Kleinstgemeinden, 20 in solchen mit mehr als 5.000 Einwohnern, Anm.) nur am Gemeindeamt unter Vorlage eines Lichtbildausweises abgegeben werden konnten.
(apa)

13.3.2005 10:25