Grausamer Tierquäler schockt Burgenland:
Drei Hunde brutal mit Strychnin vergiftet
- Unbekannter Tierquäler mischte Gift in Leberkäse
- Staatsanwalt eingeschaltet, Untersuchungen laufen
Nach dem qualvollen Vergiftungstod dreier Hunde in Doiber (Bezirk Jennersdorf) im Südburgenland vor drei Wochen liegt nun ein Untersuchungsergebnis vor: Die Tiere, eine belgische Schäferhündin, ein schwarzer Dackelmischling und ein Berner Sennenhund-Mischling wurden mit Strychnin vergiftet, mit dem vermutlich ein Unbekannter Leberkäse präpariert hatte, bestätigte der Königsdorfer Tierarzt Klaus Fischl am Samstag.
Zu dem tragischen Vorfall kam es am Nachmittag des 19. Februar, als zunächst der Dackelmischling und der Sennenhund-Mischling binnen kurzer Zeit starben. Die Schäferhündin brachten ihre Besitzer noch zu Fischl in die Praxis, das Tier starb jedoch ebenfalls innerhalb weniger Minuten am Behandlungstisch. Bei einer Untersuchung der Hunde fanden sich im Magen einige Stücke Leberkäse und Wurst. Daraufhin schickte der Tierarzt Proben von Mageninhalt und Organteilen zur Untersuchung an das Institut für Pharmakologioe und Toxikologie der tierärztlichen Fakultät in München.
Das Resultat habe er am Donnerstag erfahren. Untersucht wurde auf mehrere mögliche Gifte: "Das Ergebnis ist eindeutig. Das einzige was gefunden wurde, ist Strychin in höchster Dosierung", so Fischl. Das Gift sei in geringsten Mengen - ein bis zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht eines Tieres - tödlich. Es wurde im Mageningalt und in der Leber nachgewiesen. Er habe die Ergebnisse sofort an die Gendarmerie weitergeleitet, schilderte Fischl: "Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren", auch die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet.
Strychnin wird rasch über den Magen aufgenommen, es komme zu krampfartigen Zuständen, die durch äußere Reize wie Licht oder Lärm massiv verstärkt werden, erläutert Fischl. Schließlich führt die Wirkung zu einer Atemlähmung. Erhältlich sei die Substanz nur für einen ganz engen Bezieherkreis. Zugriff hätten etwa Ärzte, Tierärzte und Apotheken, früher auch Jäger mit spezieller Genehmigung.
In der Bevölkerung sei über den Vorfall intensiv diskutiert worden. "Die Leute, die zum Tierarzt gehen, sind schon besorgt", schildert Fischl. Dazu komme auch "die Wut, dass so etwas überhaupt gemacht wird. Jeder sagt: Hoffentlich wird der Täter gefasst."
(apa/red)
