Tödliche Schneemassen: Wieder drei Tote bei Lawinenabgängen in Salzburg und Tirol
- Däne, Deutscher und Niederländer verschüttet
- Insgesamt bereits 34 Opfer in dieser Wintersaison
Drei von Lawinen verschüttete Urlauber konnten nur mehr tot geborgen werden. Die drei Männer, ein 47-jähriger Däne, ein 23-jähriger Deutscher und 21-jähriger Niederländer, waren am Donnerstag bzw. Freitag in Salzburg und in Tirol verunglückt. Insgesamt hat die Wintersaison bisher 34 Lawinenopfer in Österreich gefordert. 2003/2004 hatte es österreichweit acht Lawinenopfer gegeben.
Der Däne hatte laut Gendarmerie das Schneebrett selbst losgetretenen. Er war am Donnerstag mit seinem Neffen auf den Skipisten im Gemeindegebiet von Großarl unterwegs, als sich die beiden um die Mittagszeit aus den Augen verloren. Mehrere Stunden später, als der Neffe den 47-Jährigen auch im Quartier nicht antraf, meldete dieser die Abgängigkeit seines Onkels, worauf eine Suchaktion eingeleitet wurde. Die Bergrettung fand den verunglückten Skifahrer gegen 02.25 Uhr im so genannten Harbach-Graben auf ca. 1.800 m Seehöhe. Er lag zirka einen Meter tief kopfüber in den Schneemassen.
Der deutsche Snowboarder war mit einem Freund unterwegs, als sie von den Schneemassen über eine 150 Meter hohe Eiswand im Gemeindegebiet von Achenkirch im freien Skiraum in die Tiefe gerissen wurden. Der zweite Mann konnte sich selbst befreien und stieg schwer verletzt zwei Stunden lang ins Tal ab. Sein toter Gefährte wurde von den Suchmannschaften gegen 12.45 Uhr entdeckt.
Das Schneebrett selbst ausgelöst, hatte auch der niederländische Snowboarder. Er war am Freitag im Tiroler Zillertal gegen 12.30 Uhr in einen Nordhang außerhalb des gesicherten Skiraums eingefahren. Da er mit einem Verschüttetensuchgerät ausgestatte war, konnte der 21-Jährige rasch geortet werden. Im Gemeindegebiet von Jochberg konnte sich indes ein Tourengeher nach einem Lawinenabgang selbst befreien.
Mehr als die Hälfte der bisher Verunglückten sind nach Angaben des Kuratoriums für alpine Sicherheit in Tirol ums Leben gekommen. Zwei Drittel von ihnen sei über 40 Jahre alt gewesen. Das typische Opfer gehöre damit einer Altersgruppe an, der Erfahrung, Überlegung und lawinenkundliches Wissen bescheinigt werde, hieß es. (apa/red)
