Donnerstag, 10. März 2005

Wir feiern Frühling, die Asiaten Neujahr: Japaner begrüßen Lenz mit "Shunbun-no-hi"

  • Auch Schiiten, Sunniten, Kurden, Türken & Iraner feiern
  • Neujahrsfest geht auf den Propheten Zarathustra zurück

Der offizielle Frühlingsbeginn, der in Europa heuer auf den 20. März, fällt, hat auch für andere Kulturen eine ganz besondere Bedeutung. Am 21. März begehen die zentralasiatischen Länder, feiern Schiiten wie Sunniten, Kurden, Türken und Iraner den "Neuen Tag", genannt Newroz. Dieses Neujahrsfests lässt sich bis zu Zarathustra und den Vorfahren der heutigen iranischen Völker zurückverfolgen. Und die Japaner begrüßen den Lenz mit dem "Shunbun-no-hi", der Frühlingstagundnachtgleiche.

Für die Kurden in Syrien, im Iran, Irak und in der Türkei ist Newroz vor allem ein Fest nationaler Identität. Ihre Legende erzählt vom Schmied Kawa, der vor über 2.600 Jahren sein Volk vom Tyrannen Dehak befreite. In der Türkei werden zu "Nevruz" Reisigfeuer entzündet. Männer begrüßen mit einem mutigen Sprung über das Feuer den ersten Tag des Frühlings.

Zubereitung der sieben "S"
Ein wichtiger Bestandteil des Newroz ist die Zubereitung der sieben "S": Es werden sieben Speisen zubereitet, die möglichst mit dem "S" aus dem iranischen Alphabet ("Sabs" = Grün) beginnen sollten und die sieben Tugenden des Zoroastrismus symbolisieren. Der Zoroastrismus, die von Zarathustra gestiftete Religion, war von 224 bis 642 Staatsreligion in Persien.

Diese Speisen werden zusammen mit Samano oder Samanak (Keimlinge aus sieben Getreidesorten), einem Spiegel, Fisch im Wasser und einer Kerze sowie dem Koran bei den Moslems, der Bibel bei den Christen bzw. mit einem Bild Zarathustras auf den Tisch gedeckt.

Zentralasien und Balkanraum feiern
Das Newroz wird in vorwiegend in allen Ländern mit der Endung "stan" gefeiert wie in Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Pakistan und Turkmenistan, aber auch im Iran, Irak, der Türkei, in Indien bei den Parsen als Jamschidi-Fest und sogar im Balkan-Raum wie in Bosnien, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Moldawien.

Die Japaner wiederum begrüßen den Frühling am 21. März mit dem "Shunbun-no-hi", der Frühlingstagundnachtgleiche, die auch ein nationaler Feiertag ist. An diesem Tag besucht man die Familiengräber, betet für die Toten und trifft sich mit Verwandten. Es handelt sich um den zentralen Tag einer siebentägigen buddhistischen Gedenkfeier. Zur Zeit der Tagundnachtgleiche im Frühjahr - und auch zu Herbstbeginn - geht die Sonne genau im Westen unter, wo sich nach buddhistischem Glauben das göttliche Land befindet.
(apa)

10.3.2005 09:58