Mittwoch, 9. März 2005

Immer mehr Flüchtlinge aus dem Süden: Liese Prokop plant neues Aufnahmelager

  • Betroffene Bundesländer Kärnten und Tirol winken ab
  • Auch Schüssel für ein weiteres Erstaufnahmezentrum

Innenministerin Liese Prokop erwägt die Etablierung eines zusätzlichen Erstaufnahme-Zentrums für Flüchtlinge. Prokop will überprüfen lassen, wo in Österreich besonders viele Asylwerber über die Grenze kommen. Dort solle dann ein zusätzliches Aufnahmelager errichtet werden.

Jüngste Erfahrungen hätten gezeigt, dass außer an der Ostgrenze immer mehr Asylwerber aus dem Süden kommen, sagte Prokop. Die Errichtung eines zusätzlichen Aufnahmelagers in Grenznähe wäre zweckmäßig, denn dann könnte man sich die Verschickung der Asylwerber quer durch Österreich ersparen.

Die entscheidenden Verhandlungen mit den Bundesländern stehen noch aus, Kärnten und Tirol haben bereits Ablehnung signalisiert.

Strutz weist Prokop-Idee zurück
Kärnten lehnt ein Erstaufnahme-Zentrum für Flüchtinge ab. Innenministerin Liese Prokop (V) könne eine entsprechende Idee sofort wieder vergessen, erklärte Landeshauptmann-Stellvertreter und FP-Landeschef Martin Strutz in einer Aussendung. Gleichzeitig kündigte er "massiven Widerstand" gegen die Pläne der Innenministerin an. Es werde in Kärnten, sowie von FPÖ-Bundesseite keine Zustimmung zu dieser Vorgangsweise geben.

Schüssel für weiteres Erstaufnahmezentrum
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) unterstützt den Vorstoß von Innenministerin Liese Prokop (V), ein viertes Erstaufnahmezentrum für Asylwerber zu etablieren. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, eine entsprechende Maßnahme zu treffen, erklärte der VP-Obmann und sieht sich damit auch mit Justizministerin Karin Miklautsch (F) einig. Voraussetzung für solch ein zusätzliches Aufnahmezentrum sei aber die Zustimmung der Länder. (apa/red)

9.3.2005 09:28