Nach Mord an 77-Jährigem: Ehefrau zu 11 und 18-jähriger Täter zu 8 Jahren verurteilt
- "Habe Mord begangen, weil ich das Mädchen liebe"
Weil sie ihren Ehemann Seyit A. umbringen ließ, wurde Döndü A. (60) am Mittwoch im Wiener Landesgericht zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihr "Werkzeug", der 18 Jahre alte Freund ihrer Tochter, erhielt acht Jahre Freiheitsstrafe. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
"Ich habe den Mord begangen, weil ich das Mädchen liebe, die Mutter mich bedrängt hat und ich Geld bekommen habe", hatte Süleyman A. erklärt, nachdem er am 23. Oktober 2004 das 77-jährige Opfer auf die Donauinsel gelockt und mit zehn Messerstichen getötet hatte.
Seyit A. soll seine Familie tyrannisiert, Mutter und Tochter mit seinem Gehstock geprügelt und in die Wohnung eingesperrt haben. Möglicherweise ist er der Zwölfjährigen auch in sexueller Hinsicht zu nahe gekommen. Mehrmals landete Döndü A. im Spital, zwei Mal flüchtete die Frau mit ihrer zwölfjährigen Tochter ins Frauenhaus.
Deren Freund bekam die häusliche Gewalt mit. Die angehende Schwiegermutter bettelte ihn um Hilfe an: "Bitte, befreie mich von diesem Mann!"
77-Jähriger mit Butterfly-Messer getötet
Zu dritt begann man schließlich Pläne zu schmieden, den angeblich unerträglichen Familienvater aus der Welt zu schaffen. Nachdem sie dem Freund ihrer Tochter 800 Euro übergeben hatte, lockte dieser den greisen Mann auf die Donauinsel. Unweit des so genannten Schulschiffs zückte der Bursch ein Butterfly-Messer und nahm dem 77-Jährigen das Leben.
Vor Gericht beschönigte er den ihm zur Last gelegten Mord keineswegs. Er habe dem Mädchen "einen Gefallen tun wollen".
Döndü A. hatte nach ihrer Festnahme erklärt, sie sei fühle sich "sehr wohl, weil ich mich von meinem Mann befreien konnte." In der Verhandlung räumte sie aber ein, das Verbrechen mittlerweile zu bereuen. Mildernd war bei beiden Angeklagten jeweils die bisherige Unbescholtenheit und die geständige Verantwortung. (apa)
