Montag, 7. März 2005

Vor Frauentag: Ministerinnen zeigen sich vereint und wollen Frauen Mut machen

  • Frauenministerin Rauch-Kallat: 'Jeder Tag ist Frauentag'
  • Einzelne Ministerien wollen Frauenförderpläne vorlegen

Vor dem Internationalen Frauentag betonten die sechs Ministerinnen der Bundesregierung bei einer Pressekonferenz am Montag ihr Bemühen um Frauenanliegen. In den einzelnen Ministerien gebe es Frauenförderpläne, sie selbst wollten Vorbild für alle Frauen sein, ihnen Mut zur Übernahme von verantwortungsvollen Funktionen machen. "Wir sind alle keine Quotenfrauen", betonte Justizministerin Karin Miklautsch (F). Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) erklärte jeden Tag zum Frauentag.

Die Ministerinnen seien auf Grund ihrer Fähigkeiten zu Ressortchefinnen bestellt worden, und Frauenförderung werde in die alltägliche Arbeit integriert. "Nicht nur am 8. März ist Frauentag, sondern jeder Tag ist Frauentag", meinte Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V). Die Ministerinnen hätten die "Verantwortung für die großen Ressorts in dieser Republik", und so schenke man den frauenspezifischen Anliegen besondere Beachtung.

Außenministerin Ursula Plassnik (V) betonte, dass gerade die Förderung von Frauen und Mädchen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) eine der wirksamsten Formen der Armutsbekämpfung sei. Die Ressortchefin ortet angesichts der weltweiten Zahlen - über eine Milliarde Menschen würden in absoluter Armut leben und hätten kein sauberes Trinkwasser - Handlungsbedarf. Im Außenministerium und in den Botschaften weltweit würden von 1.141 Mitarbeitern 611 Frauen sein. Kürzlich habe sie eine Frau zur Sektionsleiterin von "EZA und Humanitäre Hilfe" ernannt.

Positive Diskriminierung von Frauen
"Die Bildung ist weiblich, die Wissenschaft ist weiblich und die Kultur ist auch weiblich" - so Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V). Besondere Anliegen seien ihr im Ministerium die positive Diskriminierung von Frauen - also Frauen bei gleicher Qualifikation vorzuziehen - und die Bewusstseinsbildung, die bereits in den Schulen anfange. Junge Frauen seien im Bildungsbereich im Vormarsch: sie würden bei den Maturantinnen, bei den Studenten und bei den Universitätsabsolventen die Mehrheit stellen.

Das Innenministerium gelte als "echte Männerdomäne" und so sei es für Innenministerin Liese Prokop besonders erfreulich, dass ein Frauenförderplan mit 1.1 2005 in Kraft getreten sei. Im Ministerium würden zwei stellvertretende Direktorinnen und fünf Abteilungsleiterinnen arbeiten, und sie verwies auf die Vizepräsidentin bei der Polizeidirektion Wien. Der Frauenanteil von acht Prozent in der Exekutive werde sich demnächst auch verändern, da die Frauen bei den Polizeischülern in der Grundausbildung bereits ein Fünftel stellen würden.

Für Miklautsch Frauen "stark im Vormarsch"
Justizministerin Karin Mikautsch (F) gab einen historischen Rückblick, um aufzuzeigen, dass die Frauen im Justizbereich "stark im Vormarsch" seien. Die Ressortchefin wolle das Berufsbild des Justizwachebeamten für Frauen mittels Mentoring-Programm und durch die Schaffung besserer Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf attraktiver machen. Sie verwies noch auf Maßnahmen zum Gewaltschutz, ein Entwurf zu einem Anti-Stalking-Gesetz werde noch vor dem Sommer vorgelegt.

Sozialministerin Ursula Haubner (F) nutzte die Gelegenheit, um auf den Ausbau an Kinderbetreuungseinrichtungen hinzuweisen: das Ministerium habe 700.000 Euro für Projekte in den Ländern und Gemeinden budgetiert. Durch die Pensionsreform seien die Weichen für eine eigenständige Alterssicherung für Frauen gestellt worden: "Wie haben unsere Hausaufgaben gemacht". (apa/red)

7.3.2005 18:35