Dienstag, 1. März 2005

Kampf um den Red Carpet: Modekonzerne ködern Stars mit enormen Summen

  • Product-Placement kann bis zu 250.000 Dollar kosten
  • Star-Stylisten befürchten bereits Verlust ihres Jobs

Hollywood-Celebrities tragen zu großen Events immer mehr bezahlte Outfits. Dies betrifft Bekleidung ebenso wie Schmuck. Und die großen Modefirmen sind laut Los Angeles Times http://www.latimes.com zusehends bereit, sechsstellige Dollarbeträge für die Präsenz auf dem roten Teppich auszugeben.

Kleinere Labels haben deshalb Probleme, Stars auszustatten und somit bei Großveranstaltungen vertreten zu sein, weil sie mit diesen Methoden finanziell nicht mithalten können. Noch dazu nehmen große Labels Schauspieler ganz für einen Abend "exklusiv" unter Vertrag. Einige Schauspieler begehren mittlerweile auch alleinigen Zugang zu bestimmten Designern. Branchenkenner sehen bereits das Ende jeglicher Persönlichkeit auf dem roten Teppich und den Beginn einer neuen Product-Placement-Ära der Mega-Marken.

Schneller Tausch: Winston gegen Chopard
Deutlich zum Ausdruck kamen die neuen Gebräuche bei den Golden Globes im vergangenen Monat. Charlize Theron und Hilary Swank wechselten 24 Stunden vor der Verleihung kurzfristig den Schmuckhersteller. Im letzten Moment wurde Harry Winston gegen Chopard eingetauscht angeblich aufgrund einer erheblichen finanziellen Zuwendung an die Schauspielerinnen. Die Involvierten sprechen jedoch nicht über diese Verträge und formale Schriftstücke gibt es auch nicht.

Vier Mio. Dollar für 3-Jahres-Vertrag
Der Wandel hat sich laut Branchen-Insidern bereits vor fünf Jahren abgezeichnet, als Firmen angefangen haben, kleinere Beträge im Rahmen von 5.000 Dollar an Schauspieler zu zahlen, damit sie deren Produkte tragen. Heute sind es mittlerweile an die 250.000 Dollar. Dies ist jedoch noch immer weniger als die Kosten für reguläres Sponsoring so wie das bei Nicole Kidmann der Fall ist, die für einen Drei-Jahres-Vertrag als Gesicht für Chanel No 5 vier Mio. Dollar kassiert.
Ein Vertrag mit einem Parfüm-Hersteller bedeutet jedoch noch nicht, dass ein Schauspieler auch nur dessen Bekleidung tragen muss. So auch bei Theron. Sie ist nur das "offizielle Gesicht" für das Christian Dior Duft "J´Adore". Bei Kidman trifft dies ebenfalls zu.

Stylisten befürchten Verlust ihres Jobs
Der Wandel verändert laut LA Times auch das Denken der Menschen. Stylisten fürchten, dass Outfits nicht mehr durch den persönlichen Geschmack und den jeweiligen Stil kreiert werden, sondern durch das bloße Wissen um das Geld hinter den Produkten. Die Ängste in Hollywood gehen jedoch noch viel weiter: Stylisten fürchten, ihren eigenen Job zu verlieren. Dies werde dann der Fall sein, wenn große Modelabels die Mode auf dem roten Teppich zur Gänze kontrollieren und die Outfits für jeden Schauspieler selbst bestimmen können.
(Quelle: pressetext.austria)


1.3.2005 09:01