Mittwoch, 9. März 2005

Der Internationale Frauentag: Kampf um Gleichberechtigung der Geschlechter!

  • Menschenrecht: Gleiche Chancen für Frauen & Männer
  • Frauentag geht auf deutsche Feministin Zetkin zurück

Am Dienstag wurde der Internationale Frauentag gefeiert, mit dem an das Menschenrecht der Gleichbehandlung von Frau und Mann in Gesellschaft, Arbeitswelt und Familie erinnert wurde. Seine Einrichtung geht auf eine Initiative der deutschen Feministin und Sozialistin Clara Zetkin bei der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz im August 1910 in Kopenhagen zurück.

Auch in den Jahrzehnten danach waren es vor allem sozialistische Frauenorganisationen und Parteien, die sich die Rechte der Frauen auf die Fahnen schrieben und die Tradition des Frauentags festigten. Schon beim ersten Mal, am 19. März 1911, wurde der Frauentag allein mit 40 Veranstaltungen und 45.000 Teilnehmern in Berlin begangen. Ähnliche Veranstaltungen fanden in Österreich, der Schweiz und Dänemark statt. 1912 kamen Schweden, Frankreich und Holland dazu und 1913 Russland und die Tschechoslowakei. In den USA demonstrierten vor allem Arbeiterinnen gegen harte Bedingungen und karge Löhne. Der Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 setzte den Veranstaltungen zum Frauentag ein vorläufiges Ende.

1917 führte das Kriegselend zu Unruhen, und auch die Frauen gingen wieder auf die Straße: Arbeiterinnen forderten "Brot und Frieden". Besondere Bedeutung sollte der Aufmarsch russischer Frauen in St. Petersburg erlangen, der nach westlicher Zeitrechnung am 8. März 1917 stattfand. Zur Erinnerung an ihn wurde 1921 auf Beschluss der Zweiten Kommunistischen Frauenkonferenz in Moskau der 8. März als Internationaler Frauentag festgelegt, abermals auf Initiative Zetkins.

In Deutschland hatten die Sozialdemokratinnen zusammen mit bürgerlichen Frauenstimmrechtsverbänden im November 1918 das Wahlrecht für Frauen erstritten. In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes war der Frauentag offiziell verboten. In der Nachkriegszeit begingen ihn besonders die kommunistischen Staaten Europas als Tag der Befreiung der Frauen.

In Westdeutschland war das Interesse am Frauentag, der anfangs im Zeichen von Friedensdemonstrationen stand, zunächst verschwindend gering. Erst in den späten 60er Jahren wurde der 8. März von der jungen Frauengeneration wieder belebt. Die Frauenbewegung kämpfte unter anderem für den straffreien Schwangerschaftsabbruch und die Einrichtung von Selbsthilfeprojekten.

Die Grundforderungen sind seit den Anfängen erhalten geblieben: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, soziale Sicherung von Frauen, politische Gleichberechtigung und Frieden. (apa/red)

9.3.2005 17:05