Preisschlacht am heimischen Handymarkt: T-Mobile verlor dadurch 160 Millionen Euro
- Der Gewinn ist letztes Jahr um ein Drittel gesunken
- Internationale Zugewinne fetten die Bilanz etwas auf
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Die Preisschlacht am heimischen Mobilfunkmarkt wird sich auch 2005 fortsetzen. T-Mobile Austria, der zweitgrößte Handy-Anbieter am Markt, hat weitere Tarifsenkungen für das heurige Jahr angekündigt. Der Verdrängungswettbewerb werde auch heuer weitergehen, meint der Chef der österreichischen Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, Georg Pölzl, bei seiner Bilanzpressekonferenz. Mittelfristig glaubt Pölzl, dass sich die Zahl der Anbieter wieder reduzieren wird.
T-Mobile Austria hat für Tarifsenkungen im Vorjahr rund 100 Mio. Euro ausgegeben, dazu kamen noch einmal rund 60 Mio. Euro für Kundenanwerbungsprogramme. Heuer sollen die Tarifsenkungen nicht mehr so stark sein, aber immer noch deutlich ausfallen. Auch die "0 Euro-Handy-Aktionen" sollen bleiben, nur im Wertkartensegment sollen die Stützungen zurückgefahren werden.
Allzu große Hoffnungen macht sich T-Mobile dabei aber trotz neuer Aktionen nicht: Für heuer peilt T-Mobile Austria zwar zum ersten Mal über eine Million Vertragskunden an. Das sind laut Pölzl allerdings nur noch "ein paar Tausend mehr". Schon im Vorjahr hatte T-Mobile im Vergleich zur Konkurrenz mit 11.000 Neukunden den schwächsten Kundenzuwachs in der Branche hinnehmen müssen.
"Müssen uns warm anziehen"
"Ein bisschen kritisch" (Zitat Pölzl) hat sich der Preiskampf auf die Bilanz der Mobilfunker ausgewirkt. Bei T-Mobile Austria brach der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nach einem Rekordjahr 2003 um ein Drittel auf 238 Mio. Euro ein, der Umsatz ging um mehr als fünf Prozent auf 883 Mio. Euro zurück. "Wer in Österreich ein Handy halten kann, hat schon ein Handy. Wir alle müssen uns warm anziehen", meinte der T-Mobile-Österreichchef.
Wie zuvor auch schon die Konkurrenten hatte auch T-Mobile Österreich deshalb schon zu Jahresbeginn erstmals eine Kündigungswelle in Aussicht gestellt. Tatsächlich werden jetzt im März zunächst 120 Mitarbeiter abgebaut. Für sie haben Betriebsrat und Vorstand eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die eine Sonderabfertigung und eine Weitervermittlung an rund 40 "befreundete" Unternehmen vorsieht. 30 weitere Mitarbeiter sollen noch im Rahmen der Ausgliederung des Logistikbereichs abgebaut werden. In Summe entspricht das etwa einem Zehntel des Personals - Ende 2004 1.729 (2003: 1747) Vollzeitmitarbeiter.
Keine weiteren Personalschnitte
Weitere derart "signifikante Personalschnitte" durch Kündigungen plane T-Mobile Austria nicht mehr. Für weitere Einsparungen werde das Unternehmen aber teilweise die natürliche Personalfluktuation (derzeit 10 Prozent pro Jahr) ausnützen, so Pölzl.
Besser als T-Mobile Österreich geht es der Konzermutter T-Mobile International. Dank guter Geschäfte vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien und Deutschland hat der Mobilfunk 2004 einmal mehr die Bilanz der Deutschen Telekom aufgefettet. Der Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, konnte bei der Bilanz-Pressekonferenz endlich aus dem Vollen schöpfen. Gewinn verdreifacht, Schulden runter und als wichtigste Botschaft: wieder eine Dividende für die gebeutelten T-Aktionäre. Der Konzernumsatz stieg um 3,7 Prozent auf 57,9 Mrd. Euro ab.
Schulden gegenüber 2001 halbiert
Vor zwei Jahren hatte die Deutsche Telekom noch tiefrote Zahlen von rund 25 Mrd. Euro geschrieben. Es war der höchste Verlust, den jemals ein deutsches Unternehmen eingefahren hatte, entstanden durch Milliarden schwere Abschreibungen auf Firmenzukäufe und Lizenzen. Mit 4,6 Mrd. Euro Gewinn kehrte der rosa Riese aber 2004 zur Ertragsstärke früherer Jahre zurück. Der freie verfügbaren Cash Flow, das heißt, die flüssigen Mittel in der Deutsche Telekom-Kasse, stiegen im vergangenen Jahr auf ein Volumen von 10,2 Mrd. Euro. Die Schulden wurden gegenüber 2001 auf rund 35 Mrd. Euro halbiert.
Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll deshalb mit 0,62 Euro je Aktie wieder auf dem Niveau der Jahre 1999 und 2000 liegen. "Die künftige Dividendenpolitik wird von der Entwicklung des Nettogewinns in unserem Geschäft bestimmt", sagt Riecke. Eine weitere Erhöhung sei angesichts der eingeleiteten neuen Sparmaßnahmen in Sicht. Der Stellenabbau soll auch im Konzern "sozial verträglich" weiter gehen.
Keine großen Kursbewegungen
Die große Kursbewegung der T-Aktie nach oben allerdings lässt auf sich warten. Eine Notierung der Aktie an den Kapitalmärkten von 65 Euro - das war der Emissionspreis beim Börsengang Mitte 2000 - liegt angesichts des gegenwärtigen Kursniveaus noch in weiter Ferne. Die Aktie verlor nach der Bekanntgabe der Jahreszahlen bis gegen 16.00 0,2 Prozent auf 15,94 Euro. (apa)
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