Freitag, 4. März 2005

Fernseh-Revolution: Inode und Telekom starten im Sommer mit IP-TV-Service

  • Video on Demand, Onlinegames & Mail am TV-Apparat
  • NEWS: Internet-TV macht Kabelangebot Konkurrenz

Der Mann hat einiges vor. Vor wenigen Monaten erst startete Michael Gredenberg Österreichs erstes Telefonangebot über Internet - und das gleich mit einem 0-Cent-Tarif für alle Gespräche innerhalb des Netzes. Jetzt will der Chef des Breitbandproviders Inode schon den nächsten Markt beackern - und wenn geht gleich umkrempeln.

"Wir starten im Sommer das erste TV-Angebot über Internet", erzählt Gredenberg. "Und ich spreche nicht von irgendwelchen Sendungen am Computer, sondern von normalen Programmen, die wir über die Internetleitung einspielen und die über Set-Top-Boxen am Fernseher in gewohnter TV-Qualität ablaufen."

Die neue TV-Welt
Im NEWS-Interview lässt der Inode-Chef dabei erstmals die Katze aus dem Sack: "Wir wollen mit unserem TV-Angebot den klassischen Kabelbetreibern Konkurrenz machen und bis Jahresende einige tausend Kunden gewinnen. Schließlich bietet IP-TV eine völlig neue Fernsehwelt mit ungeahnten Möglichkeiten." Hier die Details:

  • Konkret will Gredenberg zumindest 30 Sender - darunter die ORF- sowie die beliebtesten deutschen Programme einspielen.

  • Gleichzeitig wird es für alle Kunden ein serverseitiges Videorecorderangebot geben.

  • Technisch möglich, aber rechtlich noch nicht abgesichert ist das so genannte "Time Shift".

  • Fest steht dagegen, dass Inode allen Kunden Video on Demand anbieten will.

  • Und: IP-TV erlaubt auch interaktive Angebote. So wird es Onlinespiele in Echtzeit genauso geben wie E-Commerce-Lösungen über die TV-Fernbedienung.

  • Nicht zuletzt werden IP-TV-Kunden sogar E-Mails über die Fernbedienung und eine externe Tastatur eingeben und verschicken können.

    Schneller Einstieg
    Einzige Voraussetzung für den Einstieg in die TV-Wunderwelt: ein Breitbandanschluss bei Inode. Dann kann man sich eine Set-Top-Box - wie sie Abonnenten von Pay-TV-Programmen wie Premiere kennen - gegen eine Kaution mieten und die Programme aus dem Internet empfangen. Einziger Pferdefuß: Der Weg zwischen Telefonanschluss mit ADSL-Modem und Fernseher läuft nicht selten durch die halbe Wohnung. Doch auch daran haben die IP-TV-Pioniere gedacht. Gredenberg: "Wir werden unsere ADSL-Modems mit einem Wireless-Signal ausstatten, das die Set-Top-Box über Funk empfangen kann. So muss man kein Kabel vom Telefonanschluss bis zum Fernseher verlegen."

    Duell mit der Telekom
    Einen konkreten Preis für seinen neuen TV-Knüller will Gredenberg noch nicht nennen. Nur so viel: "Wir werden mit den rund 25 Euro der Telekabel locker mithalten können."

    Doch die werden bis Sommer ohnehin obsolet sein. Denn neben Inode will zum selben Zeitpunkt auch die Telekom Austria als Breitbandmarktführer mit Fernsehen via Internet starten. "Wir stehen vor dem Kampf ums Wohnzimmer", tönt Vorstand Rudolf Fischer. "Wir werden aber nicht nur die normalen Kabelprogramme bieten, sondern auch Pay-TV-Sender wie Premiere via Internet einspielen."

    Beim Preis will sich auch der Marktführer am bestehenden Kabelangebot von upc Telekabel orientieren. Fischer: "Wir werden keine Hochpreispolitik verfolgen, sondern auch auf der Kostenseite eine echte Alternative zum klassischen Kabelangebot darstellen."

    Triple Play - TV, Telefon, Internet
    Neben dem reinen TV-Angebot will die Telekom Austria vor allem mit Komplettangeboten punkten - also Breitbandinternet, Telefonie und Fernsehen aus einer Hand bieten. Fischer: "Wir werden sukzessive ein Triple-Play-Versorger." Auch Gredenberg will von Beginn an Kombiangebote einführen. "Die Kunden wissen es zu schätzen, wenn sie einen monatlichen Fixpreis für Fernsehen, Internet und Telefon bezahlen müssen. Und sonst nichts. "

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS 9/2005!

    4.3.2005 15:41