Donnerstag, 3. März 2005

50.000 Internet-Cafés geschlossen: China vermutet Verbreitung schädlicher Infos

  • Die betroffenen Cafés ließen Minderjährige ins Web
  • Kommunistische Regierung unterbindet Diskussionen

Die chinesische Regierung hat im vergangenen Jahr fast 50.000 Internet-Cafés geschlossen. Die betroffenen Cafes hätten Minderjährige hereingelassen oder sich "an der Verbreitung schädlicher kultureller Informationen" beteiligt, meldete die kommunistische Parteizeitung "Renmin Ribao" in ihrer Online-Ausgabe.

Ziel der Überprüfung, die sich über zehn Monate hinzog, sei "die Schaffung eines gesünderen und sichereren Umfelds für Minderjährige" gewesen. 21.000 der 47.000 geschlossenen Internet-Cafés könnten wieder öffnen, sofern sie bestimmte Änderungen vornähmen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Ministerium für Kultur.

87 Millionen der 1,3 Milliarden Chinesen nutzen das Internet. Die Regierung unterstützt den Einsatz des Mediums in Wirtschaft und Unterricht, versucht aber, kritische politische Diskussionen über das Internet zu unterbinden. (apa)

3.3.2005 13:15