Donnerstag, 3. März 2005

NEWS über die AUA-Gespräche mit der Lufthansa: Verkaufspoker hat begonnen

  • Sörensen: "Lufthansa ist der beste Partner für die AUA"
  • AUA-Boss telefoniert wöchentlich mit Lufthansa-Chef

AUA-Boss Vagn Soerensen fliegt gerade durch reichlich unwirtliches Wetter. Der Kerosinpreis explodiert, der Gewinn 2004 beläuft sich auf magere 10,5 Millionen Euro, und die Auslastung der Jets sank im Jänner um 4,3 Prozent. Und: Die Bord-Belegschaft zeigt sich wieder einmal kampfeslustig.

Zuletzt während einer Betriebsversammlung Anfang dieser Woche, in der die schleppende Umsetzung des 2004 beschlossenen Kollektivvertrags kritisiert wurde.

Der ebenfalls kampferprobte AUA-Boss lässt sich von "Rückschlägen" im operativen Geschäft oder Betriebsratsdrohungen aber nicht wirklich beeindrucken. An der Strategie eines Carriers mit dem Hauptfokus auf Zentral- und Osteuropa hält Soerensen eisern fest, und die Probleme mit der Belegschaft will er so rasch wie möglich klären.

Die nächsten Monate werden für die Österreich-Airline jedenfalls entscheidend. Entweder steigen die Umsätze, oder die Airline steht neuerlich vor radikalen Sanierungsschnitten, die das Schlimmste verhindern müssen.

Deutsche im Anflug?
Der AUA-Boss muss allerdings nicht nur die Airline wieder auf Kurs bringen und die Personalfrage lösen:

  • Finanzminister Karl-Heinz Grasser will offenbar die von der ÖIAG gehaltenen AUA-Anteile (39,70 Prozent) rascher auf den Markt werfen als geplant. Für den AUA-Vorstand höchst brisant, denn eine falsche Wahl könnte die Airline empfindlich treffen. Soerensen selbst würde sich die Lufthansa als Partner wünschen. Entschieden wird die Sache allerdings von der ÖIAG. Und die ließ zuletzt mit der Bemerkung aufhorchen, dass diese Entscheidung falls notwendig rasch getroffen werden könnte.

  • Und schließlich gibt es heftige Spekulationen über die Zukunft von Soerensen, dessen Vertrag im nächsten Jahr abläuft. Während im Betriebsrat bereits offen davon gesprochen wird, dass sich der dänische Manager so rasch wie möglich verändern will, lässt Soerensen die Frage offen. Er glaube an das Unternehmen, und es sei "wahrscheinlich", dass er verlängert, wenn der Aufsichtsrat das will. Nachsatz: "Wenn es so weit sein sollte, dann werde ich natürlich auch alle Alternativen prüfen."

    "Telefonieren wöchentlich."
    Gerüchte, dass er schon längst ein Lufthansa-Angebot in der Tasche hat, weist der AUA-Boss zurück: "Ich telefoniere wöchentlich mit Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Ich kann aber versichern, dass das nie ein Thema war." (NEWS: Nr. 9/2005)

    3.3.2005 16:20