Staatsoperndirektor Ioan Holender übt in NEWS Kritik an Salzburger Festspielen
- Staatsoperndirektor ist für Dirigenten Philippe Jordan
Wiens Staatsoperndirektor Ioan Holender stellt sich im Konflikt zwischen den Salzburger Festspielen und dem Dirigenten Philippe Jordan hinter Jordan und kritisiert dabei scharf die Festspielführung. Jordan sagte kürzlich die Wiederaufnahme von Mozarts "Cosí fan tutte" für kommenden Sommer ab, weil er sich mit dem Regie-Paar Ursel und Karl-Ernst Herrmann nicht einigen konnte. Ihm wurde daraufhin seitens der Festspielfühnrung unprofessionelles Verhalten vorgeworfen.
Holender: "Philippe Jordan hat ausdrücklich mein volles Verständnis. Und die Führung der Salzburger Festspiele hat ausdrücklich mein volles Unverständnis. Der Sommer 2004 war für Jordan ein einziger Krampf, eine einzige Qual, weil er nicht einmal die Tempi bestimmen konnte. Deshalb hat er für die Wiederaufnahmen um Bedingungen gebeten. Die hat man ihm zugestanden, aber die Herrmanns gingen - das ist neu in der Geschichte des Theaters - zum Bühnenschiedsgericht, um zu erwirken, dass nichts geändert werden darf. Und der Intendant schreibt in den Vertrag, dass er sich dem Urteil des Schiedsgerichts unterwirft. Nun hat Jordan nicht die Kraft zum Kämpfen. Deshalb verzichtet er auf das Geld, die Philharmoniker und Salzburg und zieht sich zurück. Das ehrt ihn. Ich finde das großartig von ihm."
Holender weiter in NEWS: "Herr Herrmann ist ein großer Bühnenbildner. Frau Herrmann hingegen ist keine Bühnenbildnerin, schon gar keine große. Dafür hat sie bei den Proben im Sommer Herrn Jordan aufgefordert, das Tempo zu dirigieren, das sie braucht. Da hätte er den Stab hinlegen und sagen sollen: ,Bitte, Frau Herrmann, dirigieren Sie! Schon da hätte die Festspielführung eingreifen müssen. Dazu sind wir ja da, dass wir unsere Künstler schützen! Zumal die Herrmanns Wiederholungstäter sind. Muti hat wegen ihres Benehmens schon 1992 einen ,Titus in Salzburg hingeworfen." Das Ehepaar Herrmann hätte keine Chance auf ein Staatsopern-Engagement: "Ich suche ja nicht das Unglück. Im Theater arbeiten Hunderte Menschen, Da kann nicht einer mit dem Brett vor dem Kopf durchmarschieren."
Holender abschließend: "Der Hund lag schon im total unkünstlerischen Vorgehen der Festspiele begraben. Man hat da eine Produktion einfach übernommen, die zuvor bei den Osterfestspielen mit einem anderen Orchester, einem anderen Dirigenten und total anderen Sängern herausgekommen war. Eine Inszenierung unter solchen Umständen zu übertragen, kann ich nur als zutiefst unkünstlerisch bezeichnen."
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