Montag, 7. März 2005

Bankrotter Popstar als "Daddy": Jackson-Opfer entdeckte "fürsorgliche Vaterfigur"

  • Anklage: "Jacko" hat über 275 Millionen Dollar Schulden
  • DURCHKLICKEN: BILDER von King of Pop vor Gericht

Die Anklage hat der Jury im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson ein Video gezeigt, in dem das angebliche Opfer den Popstar "Daddy" nennt und ihn als fürsorgliche Vaterfigur beschreibt. Die Mutter des Jungen, der Jackson des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, pries den Sänger darin überschwänglich als Wohltäter für ihren krebskranken Sohn. Die Staatsanwaltschaft wirft Jackson vor, er und seine Mitarbeiter hätten die Familie unter Druck gesetzt und vor laufender Kamera zu diesen positiven Aussagen gedrängt. Zudem sei der Popstar hoch verschuldet.

Die Familie habe in dem Video aber recht entspannt und gewiss nicht verängstigt gewirkt, kommentierten Prozessbeobachter die Videovorführung. Jackson war am Freitag in Begleitung seiner Mutter und Geschwister LaToya und Jermaine beim Gericht in Santa Maria erschienen.

Jackson-Berater hatten die Interviews mit der Familie im Frühjahr 2003 aufgezeichnet, kurz nach Ausstrahlung der schlagzeilenträchtigen BBC-Dokumentation von Martin Bashir, in der Jackson einräumte, dass Jungen in seinem Bett übernachten würden. In dem Folge-Video erzählt der damals 13-jährige Junge, es sei sein Wunsch gewesen, in Jacksons Schlafzimmer zu übernachten. Er habe im Bett des Popstars geschlafen, Jackson auf dem Boden.

Die Schwester des angeblichen Opfers trat am Freitag zum zweiten Mal in den Zeugenstand. Jackson habe ihren Bruder "andauernd umarmt und geküsst...auf Wange oder Kopf", sagte die 18-Jährige. Sie hätten auch zusammen auf dem Bett des Sängers gelegen. Am Montag sollte die Befragung der Schwester fortgesetzt werden.

Alkohol- und Sex-Exzesse?
Laut Anklage soll der Popstar im Frühjahr 2003 auf seiner Neverland Ranch den Jungen sexuell belästigt und ihn mit Alkohol gefügig gemacht haben. Jackson hat alle Vorwürfe abgestritten. Seinem Verteidiger zufolge ist die Mutter des jugendlichen Beschuldigers eine geldgierige Lügnerin, die erst von Jackson profitierte, dann aber mit ihren Kindern die Anschuldigungen fabrizierte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist Jackson mit mehr als 275 Millionen Dollar (rund 210 Millionen Euro) verschuldet. Diesen Betrag müsse Jackson bis zum Jahresende zurückzahlen, hieß es in den am Freitag vor Gericht im kalifornischen Santa Maria veröffentlichten Dokumenten des Anklägers Gordon Auchincloss. Schon Anfang 2003 sei Jackson so hoch verschuldet gewesen.

Vor dem Hintergrund seiner immensen Schulden habe er sein mutmaßliches Opfer und dessen Familie auf seiner Neverland Ranch festgehalten. So habe er verhindern wollen, dass weitere Vorwürfe gegen ihn an die Öffentlichtkeit gelangten. Auchincloss verlangte die Veröffentlichung der Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen des Popstars. (apa/red)

7.3.2005 17:15

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