Freitag, 11. März 2005

EM-Stadion Klagenfurt: Gemeinschaft Porr/Alpine wurde zum Bestbieter gekürt!

  • Vergabekommission hat einstimmig entschieden
  • Das Bieterkonsortium um die Strabag ging leer aus

Die Porr Techno Bau in Gemeinschaft mit der Alpine Mayreder Bau GmbH ist Bestbieter für den Bau des Klagenfurter EM-Fußballstadions. Diese Entscheidung gaben am Montag der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher und der Vorsitzende der Vergabekommission, Peter Gattermann, bekannt. Das Votum der Vergabekommission war einstimmig.

Gattermann lobte den Entwurf als "innovativ für den Stadionbau in Europa". Das Projekt, das vom Architekten Alexander Wimmer entworfen worden ist, sei so hervorragend und "im Detail durchgearbeitet", dass es gewinnen habe müssen, so Gattermann. Es sieht ein Stadion mit überdachten Tribünen vor, die auch nach der Europameisterschaft, wenn das Stadion von mehr als 30.000 wieder auf rund 12.000 Plätze rückgebaut wird, erhalten bleiben.

Scheucher wird am Dienstag die Empfehlung der Kommission dem Klagenfurter Stadtsenat vorlegen. "Wir werden uns selbstverständlich daran halten", sagte Scheucher. Er zeigte sich "sehr erleichtert" über das einstimmige Votum der Jury, weil dadurch die Gefahr von erfolgreichen Einsprüchen gegen die Entscheidung minimiert würde.

Eine Bespielung des Stadions auch während der Umbauphase durch den FC Kärnten bezeichnete Gattermann als "grundsätzlich möglich". Ob dies auch umgesetzt wird, müsste nach Erteilung des Zuschlags mit der Bietergemeinschaft ausverhandelt werden.

Sechs Bieter hatten sich um den Auftrag mit einem Volumen von rund 59 Mio. Euro beworben. Die Arena wird für drei Vorrundenspiele der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 benötigt. Das Vergabeverfahren drohte mehr als einmal zu platzen, so sorgte die Veröffentlichung der sechs Angebote in einer Kärntner Wochenzeitung für massive Turbulenzen.

Nach der Absegnung der Juryentscheidung durch den Stadtsenat beginnt die zweiwöchige Einspruchsfrist. Gibt es keine Einsprüche der nicht zum Zug gekommenen Bieter, erhält der Wiener Baukonzern gemeinsam mit seinem Salzburger Partner den Zuschlag.

Strabag lässt sich nicht in die Karten schauen
Die Strabag, unterlegener Anbieter beim Stadionprojekt in Klagenfurt, lässt sich nach der einstimmigen Entscheidung der Vergabekommission nicht in die Karten blicken. Strabag-Konzernchef Hans Peter Haselsteiner wollte am Dienstag weder die Frage nach einem möglichen Einspruch/einer Klage noch jene nach einer möglichen Kooperation mit dem siegreichen Konsortium Porr Technobau/Alpine Mayreder beantworten.

Die Strabag "wird nach Übermittlung der Entscheidungsgrundlagen der Vergabejury diese prüfen und danach die weitere Vorgangsweise festlegen", ließ Haselsteiner in den Mittagsstunden auf Anfrage der APA über sein Büro verlauten. Zu einer weiteren Stellungnahme war er zunächst nicht bereit.

Die Porr Techno Bau ist am Montagabend in Gemeinschaft mit der Alpine Mayreder Bau GmbH nach einem turbulenten Vergabeverfahren als Bestbieter für den Bau des Klagenfurter Fußball-EM-Stadions ermittelt worden. Medienspekulationen zufolge könnte die Strabag als dritter Partner zur siegreichen Bietergruppe stoßen. In den nächsten 14 Tagen haben unterlegene Bieter noch das Recht, Einspruch erheben. Erst dann kann die Erteilung des Zuschlags offiziell erfolgen. (apa)

11.3.2005 14:51