Freitag, 4. März 2005

E-Card-Test im Burgenland: Probebetrieb verlief im Großen und Ganzen problemlos

  • Einzelne Schwächen sind noch bis Mai zu beseitigen

"Grosso modo ohne Probleme" funktioniert der großflächige Probebetrieb der E-Card im Burgenland. Diese Zwischenbilanz zog am Freitag der zuständige Geschäftsführer im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Volker Schörghofer, bei einer Pressekonferenz. Die E-Card löst im Laufe des Jahres in ganz Österreich den Krankenschein ab. Kleinere Anlaufschwierigkeiten sollen in den nächsten Monaten beseitigt werden.

Seit Montag kann die E-Card im Nordburgenland in über 80 Ordinationen und Ambulatorien verwendet werden. An etwa 104.000 Versicherte in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Neusiedl am See sowie in Eisenstadt und Rust wurden Karten ausgegeben. Der Großteil der Patienten habe in der abgelaufenen Woche bereits die E-Card verwendet, berichtete Walter Bugnar von der Chipkarten-Gesellschaft des Hauptverbandes zufrieden. Die Anfragen bei der eigens eingerichteten Serviceline (Telefon: 050124 33 11) hielten sich bisher in Grenzen.

Ab Ende Mai soll mit der österreichweiten Karten-Ausgabe begonnen werden. Bis dahin versuche man, alle eventuellen Schwachstellen auszumerzen, meinte Schörghofer. Dann müssten nämlich wöchentlich 500 Ordinationen angeschlossen und täglich 50.000 bis 100.000 Karten versendet werden. In der ersten Woche im Burgenland habe es vereinzelt technische Probleme beim Installieren der Netzwerksysteme und bei der Herstellung der Leitungen gegeben, berichtete Schörghofer. Derzeit stehen für die Ärzte nur zwei Anbieter - die Telekom Austria und die UTA Telekom AG - zur Verfügung.

Ansonsten wusste er nur von kleinen Schwächen zu berichten. So sei man drauf gekommen, dass die Schrift bei der Info-Broschüre, die man mit der E-Card bekommt, zu klein und die Unterschriftsfläche auf der Rückseite der Karte zu glatt sei.

Kein Krankenschein mehr zur E-Card
Ein anderes Problem wurde bereits gelöst: Nach den bisherigen Bestimmungen hätten die Versicherten bis Jahresende zusätzlich zur E-Card auch noch den Krankenschein gebraucht. Mit einer Verordnung von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) wurde dieser Passus aber außer Kraft gesetzt.

Einem flächendeckenden Einsatz der Karte dürfte also nichts mehr im Wege stehen. Wann der einzelne Versicherte seine Karte bekommt, ist unter http://www.chipkarte.at nachzulesen. Bis November soll der Rollout abgeschlossen sein. Wer möchte, kann sich aber auch zusätzliche Funktionen auf der Karte freischalten lassen. So besteht die Möglichkeit, die E-Card auch als "Bürgerkarte" zu verwenden und mit ihr Amtswege (etwa Finanzonline) zu erledigen. Geplant ist laut Schörghofer auch, die Karte als Pensionistenausweis und für elektronische Rezepte zu nützen. Auf der Rückseite der E-Card befindet sich bereits jetzt die europäische Krankenverrsicherungskarte. (apa)

4.3.2005 13:23