Freitag, 4. März 2005

Nächste Netztarif-Senkung kommt: Strom wird ab April in Wien, NÖ und Tirol billiger

  • Strommaut-Reduzierung um acht bis zehn Prozent
  • Energiekomponente: VKW-Kunden bezahlen mehr

Strom wird Anfang April in Wien, Niederösterreich und Tirol billiger. Dies ist das Ergebnis einer weiteren Senkung der Netztarife, die von Wien Energie und EVN zur Gänze an ihre Kunden weitergegeben wird, von der Trioler Tiwag zu gut zwei Drittel.

Bei der Vorarlberger VKW hingegen steigt der Gesamtpreis trotz der Strommaut-Absenkung, da zugleich die Energiekomponente verteuert wird. Diese Woche hat die E-Control Kommission eine Reduzierung der Netzpreise in den vier Ländern um 8 bis 10 Prozent beschlossen.

Die Tiroler Tiwag verliert durch die Netzpreissenkung im Ausmaß von 8,0 Prozent zirka 9 Mio. Euro an Erlösmasse, davon werden mehr als zwei Drittel bei den Stromkunden ankommen, wie Vorstandschef Bruno Wallnöfer am Freitag zur APA sagte. Belastet werden die rund 170.000 Kunden nämlich mit einem neuen Grundpreis beim Netz in Höhe von 12 Euro pro Jahr, in Summe etwa 1,8 Mio. Euro. Eine weitere Mio. Euro wird beim FairPlus-Produkt auf den Energiepreis draufgeschlagen.

8,5 Prozent weniger Kosten in NÖ - 9,5 Prozent in Wien
Die EVN AG wird die Netzpreissenkung von im Schnitt 8,5 Prozent zur Gänze an ihre Kunden weitergeben. Für einen NÖ Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh wird Strom damit rund 20 Euro/Jahr billiger.

Die Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) passt ihre Strompreise für Haushalte und Geschäftskunden per 1. April so stark nach oben an, dass die Verbraucher trotz der 9,6-prozentigen Netzpreissenkung unterm Strich sogar mehr zahlen müssen. Jedoch bleiben die Strompreise im "Ländle" weiter die günstigsten in Österreich. Konkret erhöhen sich die Gesamtpreise im Schnitt um 1,5 Prozent. Für einen Haushalt mit 5.000 kWh betragen die Mehrkosten rund 80 Cent im Monat.

Für Wien hat die E-Control Kommission diese Woche eine Senkung der "Strom-Maut" im Ausmaß von 9,5 Prozent per 1. April verfügt. Die Wien Energie will diese Preissenkung voll an ihre Kunden weitergeben. Gemessen am Netzkosten-Anteil dürfte sich die Gesamtstromrechnung für die Wienstrom-Kunden damit um etwa 3,0 bis 3,8 Prozent verbilligen.

Zuletzt waren die Netzpreise Anfang Februar in Salzburg, Kärnten und dem Burgenland sowie für den Bereich der Verbund APG im Höchstspannungsnetz um insgesamt 45 Mio. Euro gesenkt worden. Die Spanne der Reduktion auf Haushaltsebene reichte damals von 9,19 Prozent in Salzburg bis zu 20,85 Prozent im Burgenland, In Kärnten lagen die Absenkungen für Haushalte bei 12,86 Prozent. Salzburg AG und Bewag hatten daraufhin die Preise gesenkt, nicht aber die Kelag, die eine Klage beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ankündigte.

Die nächsten Netztarifsenkungen soll es per 1. Juni 2005 in Oberösterreich und in der Steiermark geben. (apa)

4.3.2005 14:19